Woher stammen die Namen der Sternbilder?

Vermutlich hatten die Menschen schon immer das Bedürfnis, ein wenig Ordnung am Himmel zu schaffen. So fassten sie Gruppen auffälliger Sterne mit viel Phantasie zur „Bildern“ zusammen. Die ältesten Sternbilder unseres Kulturkreises sind die zwölf Tierkreiszeichen: Sie gehen bereits auf die Babylonier zurück.

Die meisten anderen Sternbilder des nördlichen Himmels haben ihren Ursprung im antiken Griechenland: Eratosthenes und Ptolemäus beschrieben in ihren Schriften vor knapp 2000 Jahren 48 Sternbilder, die hauptsächlich nach Gestalten aus der griechischen Mythologie benannt sind.

Weitere Sternbilder wurden in der Neuzeit vor allem für Regionen des Südhimmels eingeführt, die den Europäern früher unbekannt waren. Dort gibt es seither Tiere wie „Paradiesvogel“ und „Chamäleon“, aber auch allerlei technisches Gerät wie „Luftpumpe“ und „Chemischer Ofen“ am Firmament.

Wer allerdings ausgehend von den Namen der Sternbilder – sowohl der alten als auch neuen – versucht, sich am Himmel zu orientieren, ist hoffnungslos verloren. Denn zumeist haben die bezeichneten Sterngruppen kaum Ähnlichkeit mit ihren Namensgebern.

Kein Wunder also, dass andere Kulturen andere Sternbilder besitzen. So besteht beispielsweise der Tierkreis in China nicht wie bei uns aus 12, sondern aus gleich 28 Bildern. Und in manchen Kulturen gibt es sogar Bilder ohne Sterne: Die australischen Ureinwohner sehen in den Dunkelwolken vor dem schimmernden Band der Milchstraße einen Emu.

Und manche Bezeichnungen für Bilder am Himmel sind gar keine „echten“ Sternbilder. So sind der Kleine und der Große Wagen lediglich Teile der Sternbilder Kleiner und Großer Bär. Das Sommerdreieck dagegen besteht aus den hellsten Sternen der drei Sternbilder Schwan, Leier und Adler.

In der internationalen Forschung haben sich die lateinischen Bezeichnungen der Sternbilder des westlichen Kulturkreises durchgesetzt. Um eine eindeutige Zuordnung von Himmelsobjekten zu ermöglichen, hat die Internationale Astronomische Union, der Dachverband der Himmelsforscher, 1928 die noch heute gültige Liste der 88 Sternbilder mit ihren Grenzen festgelegt.

Inzwischen hat aber auch diese Festlegung für die Forscher kaum noch eine Bedeutung. Statt anzugeben, in welchem Sternbild sich ein Himmelsobjekt befindet, geben die Astronomen heute lieber die exakten Himmelskoordinaten des Gestirns an.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!