Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop James Webb zeigen überraschende Dynamik bei Chariklo
Der 250 Kilometer große Asteroid Chariklo besitzt zwei dünne Ringe aus Eis und Staub. Wie Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop James Webb jetzt zeigen, haben sich diese Ringe innerhalb weniger Jahre stark verändert. Während der innere Ring offenbar durch die Ansammlung zusätzlicher Materie dichter geworden ist, scheint der äußere Ring Materie zu verlieren und so durchsichtiger zu werden. Bislang gingen Astronomen davon aus, dass Ringe um Himmelskörper über lange Zeiträume stabil und unveränderlich sind.
Chariklo war der erste kleine Himmelskörper im Sonnensystem, bei dem Himmelsforscher Ringe nachweisen konnten. Die Ringe sind allerdings selbst in großen Teleskopen nicht direkt sichtbar. Sie verraten sich nur dadurch, dass sie das Licht von Sternen abschwächen, vor denen Chariklo vorüberzieht. Eine solche Sternbedeckung führte am 3. Juni 2013 zur Entdeckung der beiden nur wenige Kilometer breiten Ringe. Die Ringe sind kreisrund und besitzen scharfe Kanten, wie Beobachtungen von zwölf weiteren Sternbedeckungen in den Jahren 2014 bis 2016 zeigen.
Am 18. Oktober 2022 konnten Forscher dann erstmals eine Sternbedeckung von Chariklo mit dem Webb-Teleskop beobachten – mit überraschenden Ergebnissen. Wie die jetzt veröffentlichte Auswertung der Daten zeigt, haben sich die Ringe zwischen den Beobachtungen stark verändert. Weitere Beobachtungen müssen nun zeigen, welche physikalischen Prozesse für die unerwartet schnelle Dynamik der beiden Ringe verantwortlich sind.
Bildquelle: L. Maquet, Observatoire de Paris