Röntgenstrahlen verraten Schwarzes Loch

Greenbelt (USA) - Der amerikanische Röntgensatellit Swift hat ein weiteres Schwarzes Loch in der Nähe des galaktischen Zentrums entdeckt. Es handelt sich um den zusammengestürzten Überrest eines alten, massereichen Sterns. Das Schwarze Loch bildet ein Doppelsystem mit einem sonnenähnlichen Stern, dem es stetig Materie entreißt. Im September registrierte Swift einen gewaltigen Ausbruch von Röntgenstrahlung durch den Einfall aufgestauter Materie.

„Solche hellen Röntgen-Novae sind extrem selten“, erläutert Astrophysiker Neil Gehrels von Swift-Team, „wir haben lange darauf gewartet und es ist das erste derartige Ereignis, dass wir mit Swift sehen.“ Swift umkreist seit 2004 die Erde und sucht den Himmel mit seinen Detektoren nach unerwarteten Ereignissen im Bereich hochenergetischer Strahlung ab. Am 16. September registrierte der Satellit einen plötzlichen Strahlungsausbruch aus der Nachbarschaft des Milchstraßen-Zentrums, etwa 20.000 bis 30.000 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Während das Objekt im Bereich der harten Röntgenstrahlung bereits nach zwei Tagen sein Maximum erreichte, ist es bislang im Bereich weicher Röntgenstrahlung immer noch heller geworden. „Dieses Muster ist typisch für Röntgen-Novae, deren zentraler Himmelskörper ein Schwarzes Loch ist“, so Boris Sbarufatti vom Swift-Team. Das Schwarze Loch entreißt mit seiner Schwerkraft seinem Begleiter, einem normalen, unserer Sonne ähnelnden Stern, permanent Gas. Dieses Gas sammelt sich in einer rotierenden Scheibe um das Schwarze Loch an und strömt unter normalen Umständen von dort langsam in das Schwarze Loch hinein.

Bei Röntgen-Novae kommt es jedoch zu einer Art Stau in der Gasscheibe. Über Jahrzehnte hinweg wächst die Scheibe an, bis es gewissermaßen zu einem Dammbruch kommt und eine große Menge Materie auf einmal in das Schwarze Loch einfällt – und den Ausbruch hochenergetischer Strahlung auslöst. Anschließend fällt das System wieder für Jahrzehnte in seinen ruhigen Zustand zurück. Die Astronomen warten jetzt darauf, dass die Röntgenstrahlung schwächer wird. Dann erst können sie die Masse des Schwarzen Lochs genau messen.

Bildquelle: NASA/GSFC

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!