Kosmische Dunkelwolke: Pfannkuchen statt Nadel

Forscher bestimmen dreidimensionale Struktur einer Sternentstehungsregion

Sterne entstehen in dichten Wolken aus Gas und Staub. Wie läuft dieser Prozess genau ab? Und wie viele und welche Art von Sternen entstehen aus einer sich langsam zusammenziehenden Wolke? Um diese Fragen zu beantworten, müssen Astronomen die dreidimensionale Struktur einer Gaswolke kennen. Das jedoch ist schwierig, da die Himmelsforscher lediglich zweidimensionale Projektion von Objekten am Himmel beobachten und vermessen können.

Ein Beispiel für ein solches Objekt ist die etwa 500 Lichtjahre entfernte Dunkelwolke „Dark Doodad“ im Sternbild Fliege (lat.: Musca). Sie sieht aus wie eine dünne Nadel – und deshalb dachten die Astronomen bislang, es handele sich um eine dünne, filamentartige Struktur. Tatsächlich hat die Wolke jedoch eher die Form eines flachen Pfannkuchens, auf den wir von der Erde aus gerade auf die Kante schauen. Das zeigt die Auswertung von Infrarotbeobachtungen durch Aris Tritsis und Konstantinos Tassis von der Universität Kreta in Griechenland. Im Infrarotbereich leuchtet der warme Staub der Wolke – und zeigt eine Reihe wellenartiger Strukturen in der Umgebung der Nadel. Diese „Striations“ werden durch magnetische Druckwellen verursacht. Die Gaswolke schwingt also magnetisch – und aus den Frequenzen dieser Schwingungen konnten die beiden Forscher die Form der Wolke rekonstruieren.

Bildquelle: Aris Tritsis, Nick Gikopoulos, Valerio Calisse, Kostas Tassis

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!