Der Sternenhimmel im Februar

Im Februar merken wir deutlich, dass die Tage wieder länger und die Nächte wieder kürzer werden. Im Verlauf des Monats nimmt die Mittagshöhe der Sonne am Himmel um fast zehn Grad zu, Sonnenauf- und -untergang verschieben sich entsprechend jeweils um etwa 50 Minuten. Ende des Monats ist es deshalb erst gegen 19.30 Uhr richtig dunkel.

Bereits vor Sonnenuntergang lohnt sich für Hobby-Astronomen der Blick an den südwestlichen Himmel links oberhalb der Sonne. Denn die Venus erreicht am 17. Februar ihre maximale Helligkeit und lässt sich deshalb sogar mit bloßen Augen am Tageshimmel ausmachen. Doch Vorsicht ist geboten: Um nicht versehentlich direkt in die Sonne zu schauen – schon gar nicht mit einem Fernglas oder Fernrohr! – wähle man einen Standort im Schatten. Nach Sonnenuntergang erstrahlt die Venus dann als Abendstern, eine Stunde nach Sonnenuntergang steht sie noch fast 30 Grad über dem Horizont.

Als zweiter Planet taucht am dunkler werdenden Abendhimmel etwa fünf Grad vom Abendstern entfernt der Mars auf. Zwar ist der rote Planet aufgrund seiner inzwischen großen Entfernung von der Erde selbst mit dem Fernrohr kein lohnendes Beobachtungsobjekt mehr. Aber zum Monatsende hin weist er uns den Weg zu Uranus. Der siebte Planet des Sonnensystems steht am 27. Februar 0,6 Grad – etwa ein Monddurchmesser – nördlich vom Mars.

Nach Einbruch der Dunkelheit erstrahlt der Winterhimmel in voller Pracht. Im Süden steht der Jäger Orion mit seinen markanten Gürtelsternen und dem Schwert, in dem schon mit einem guten Fernglas der bekannte Orionnebel zu er-kennen ist. Die etwa 25 Lichtjahre große, 1340 Lichtjahre von uns entfernte Gaswolke wird durch junge, heiße Sterne zum Leuchten angeregt. Hoch am Himmel, rechts oberhalb des Orion, steht das Sternbild Stier, westlich davon finden wir Widder und Fische, östlich Zwillinge, Krebs und den Löwen als Vorboten des Frühlings, sowie gegen Mitternacht die Jungfrau.

Mit der Jungfrau erscheint ein weiterer heller Planet am Himmel: Jupiter geht Anfang Februar gegen 23.30 Uhr, zum Monatsende bereits gegen 21.40 Uhr auf. Frühaufsteher können schließlich am Morgenhimmel auch den Saturn beobachten. Der Planet mit dem Ringsystem wandert durch das Sternbild Schlangenträger und erreicht am 24. Februar den Schützen. Saturn geht am Monatsanfang um 5 Uhr, Ende Februar bereits um 3.30 Uhr auf.

Der Februar beschert uns in der Nacht vom 10. auf den 11. Februar eine „Halbschattenfinsternis“ des Mondes. Vom Mond aus gesehen verdunkelt die Erde dabei nur einen Teil der Sonne – daher ist das Ereignis weit weniger spektakulär als eine echte Finsternis. Aufmerksame Beobachter erkennen jedoch, dass der Mond zwischen 23.30 Uhr und 4 Uhr insbesondere auf der Nordseite leicht verdunkelt ist.

Am 26. Februar findet zudem eine ringförmige Sonnenfinsternis statt, die jedoch auf der Nordhalbkugel nicht beobachtbar ist. Wer dieses Himmelsspektakel sehen möchte, muss nach Südafrika oder Südamerika reisen.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!