Der Sternenhimmel im April

Durch die Ende März erfolgte Umstellung der Uhren auf die Sommerzeit ist es abends nun schlagartig eine Stunde länger hell. Hinzu kommt im Frühjahr der rasche Aufstieg der Sonne nach Norden, der im Laufe des Monats die Zeit zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang nochmals um fast zwei Stunden verkürzt. Zudem verlängert sich auch noch die Zeit der Dämmerung stetig, da die Sonne langsamer und weniger tief unter den Horizont versinkt. So ist es dann Ende April erst gegen 22 Uhr richtig dunkel - harte Zeiten also für die Freunde des Sternenhimmels.

Doch zumindest am Monatsanfang lohnt sich bereits in der Dämmerung der Blick an den Himmel. Denn am 1. April erreicht Merkur mit 19 Grad seinen größten Winkelabstand zur Sonne. Eine Stunde nach Sonnenuntergang steht der sonnennächste Planet in der ersten Woche des Monats etwa fünf Grad über dem westnordwestlichen Horizont.

Knapp zwanzig Grad höher am Himmel, genau im Westen, finden wir ebenfalls bereits in der Dämmerung den Mars. Der rote Planet wandert am 12. April vom Widder in den Stier und erreicht zum Monatsende das „Goldene Tor“ der Ekliptik – der Bahnebene der Planeten – zwischen den beiden Sternhaufen Plejaden und Hyaden.

Wenn endlich die Dunkelheit hereingebrochen ist, hat sich der Winterhimmel allerdings schon weitgehend verabschiedet. Stier und Orion stehen tief im Westen, darüber Fuhrmann und Zwillinge. Hoch am Himmel steht im Frühjahr der Große Bär, dessen sieben Hauptsterne in unseren Breiten auch als „Großer Wagen“ bekannt sind.

Das dominierende Sternbild des Frühlings ist aber der nun ebenfalls hoch am Abendhimmel stehende Löwe. Zwischen Zwillingen und Löwe liegt das eher unscheinbare Sternbild Krebs, in dem sich einer der schönsten Sternhaufen des Nordhimmels verbirgt, die „Krippe“, lateinisch: Praesepe. Der offene Sternhaufen enthält rund 450 Sterne und ist schon mit bloßem Auge als verschwommenes Fleckchen zu erkennen. Im Fernglas oder im kleinen Fernrohr – bei nicht zu hoher Vergrößerung – bietet er einen prächtigen Anblick.

Östlich des Löwen folgt auf dem Tierkreis das Sternbild Jungfrau. Neben dem hellen Hauptstern Spika fällt dort ein weiteres Gestirn durch seinen ruhigen Schein auf. Es handelt sich um Jupiter, den größten Planeten unseres Sonnensystems. Am 7. April steht der Königsplanet von der Erde aus gesehen der Sonne gegenüber – in Opposition – und ist damit die ganze Nacht hindurch am Himmel sichtbar.

In der zweiten Nachhälfte ist mit Saturn noch ein weiterer großer Planet sichtbar. Der Planet mit dem Ringsystem geht am Monatsanfang gegen 2.30 Uhr, zum Monatsende aber bereits kurz nach Mitternacht auf und steht im Sternbild Schütze.

Die zweite Nachthälfte eignet sich auch besonders gut zur Jagd auf Sternschnuppen. Vom 15. bis zum 24. April erwarten die Astronomen die Lyriden, Trümmerstücke des Kometen Thatcher. Zwar rechnen die Himmelsforscher selbst zum Maximum des Sternschnuppenstroms am 21. April nur mit 10 bis 20 Meteoren. Darunter können jedoch einige sehr helle Sternschnuppen sein.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!