Der Sternenhimmel im August

Der frühe Abendhimmel verändert sich derzeit nur langsam. Zwar verschieben sich die Sternbilder – blickt man Abend für Abend zur gleichen Zeit an den Himmel – wie gewohnt auf ihrem Jahreslauf nach Westen. Doch die von Tag zu Tag früher herein brechende Dämmerung wirkt dieser Bewegung entgegen: Wir können die Sternbilder nun schon früher am Abend – und damit weiter im Osten – sehen. Zum Monatsende sind die helleren Sterne bereits gegen 21 Uhr zu erkennen.

Dann dominiert, wie schon im Juli, das aus den drei Sternen Deneb, Wega und Altair – den hellsten Sternen der Sternbilder Schwan, Leier und Adler – gebildete Sommerdreieck den Himmel. Zu späterer Stunde, an einem dunklen Ort fernab der hellen Stadtbeleuchtung, können wir das schimmernde Band der Milchstraße erkennen, dass sich von Süden kommend durch das Sommerdreieck zieht und von dort weiter durch Kepheus und Kassiopeia bis zum nördlichen Horizont reicht.

Östlich des Sommerdreiecks steht das große Sternbild Pegasus, das geflügelte Pferd. Darunter finden wir, von Süden nach Osten, den Steinbock, den Wassermann und die Fische. Westlich der Leier stehen Herkules, nördliche Krone und Bootes, der Bärenhüter. Darunter, schon horizontnah im Westen, finden wir das Sternbild Jungfrau mit Jupiter als auffällig hellem Gestirn.

Der größte Planet des Sonnensystems nähert sich im Laufe des Monats immer weiter Spika, dem hellsten Stern der Jungfrau. Am Abend des 25. August steht der Mond etwa drei Grad vom Königsplaneten entfernt.

Östlich der Jungfrau folgen im Tierkreis die Waage, der Skorpion und schließlich der Schlangenträger. Dort finden wir mit Saturn einen weiteren hellen Planeten. Gleich zweimal zieht im August der Mond am Saturn vorüber, nämlich in der Nacht vom 2. auf den 3., sowie in der Nacht vom 30. auf den 31. August.

Unser Erdtrabant bietet in diesem Monat noch ein weiteres Schauspiel: Am 7. August tritt er – zumindest teilweise – in den Kernschatten der Erde ein. Diese partielle Mondfinsternis ist zumindest in der zweiten Hälfte ihres Verlaufs von unseren Breiten aus gut beobachtbar. Der Mond geht am 7. August gegen 20.45 Uhr auf. Der Höhepunkt der Finsternis – etwa ein Viertel des Monddurchmessers befindet sich dann im Kernschatten der Erde – ist zwar bereits um 20.21 Uhr erreicht, aber erst um 21.19 Uhr hat der Erdtrabant den Kernschatten vollständig verlassen und noch bis 22.53 Uhr lässt sich eine leichte Verdunklung der einen Mondhälfte durch den Halbschatten der Erde erkennen.

Insbesondere in der ersten Hälfte des Monats ziehen besonders viele Sternschnuppen über den Himmel: Die Perseiden, Trümmer des Kometen Swift-Tuttle, sind mit bis zu hundert Sternschnuppen der reichste Meteorstrom des Jahres. Das Maximum der Perseiden erwarten die Astronomen in den Morgenstunden des 11. August. Um die Sternschnuppen richtig zu genießen, lohnt es sich, einen dunklen Ort fernab störender Beleuchtungen aufzusuchen. Die beste Beobachtungszeit ist zwischen 23 Uhr abends und 5 Uhr morgens.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!