Der Sternenhimmel im September

Am 22. September um 22 Uhr überquert die Sonne auf ihrem Jahreslauf den Himmelsäquator von Norden nach Süden. Damit endet der kalendarische Sommer, der Herbst beginnt. Um über zehn Grad bewegt sich die Sonne im Verlauf des Monats nach Süden, entsprechend rasch werden nun die Tage kürzer und die Nächte länger. Die Zeit von Sonnenunter- bis Sonnenaufgang ist Ende September fast zwei Stunden länger als am Monatsanfang. Durch die stetig früher einsetzende Dunkelheit ändert sich am abendlichen Firmament derzeit wenig: Der Sternenhimmel am 1. September um 22 Uhr entspricht weitgehend dem Sternenhimmel am 30. September um 20 Uhr. Hoch am Himmel steht das Sommerdreieck aus den drei Sternen Deneb, Wega und Altair, den hellsten Sternen der Sternbilder Schwan, Leier und Adler. Westlich der Leier finden wir Herkules, nördliche Krone und der Bärenhüter Bootes, darunter Schlangenträger, Skorpion, Waage und Jungfrau.

Dort, in der Jungfrau, können wir Anfang des Monats noch einen Blick auf Jupiter erhaschen, bevor der Königsplanet sich zur Monatsmitte vom Abendhimmel verabschiedet. Am 5. September zieht Jupiter etwa drei Grad nördlich an Spika, dem hellsten Stern der Jungfrau, vorüber. Als zweiten hellen Planeten des Abendhimmels sehen wir im Schlangenträger den Saturn. Am 27. September steht der zunehmende Mond knapp vier Grad nördlich des Planeten mit dem Ringsystem.

Östlich des Sommerdreiecks stehen die Sternbilder Pegasus – das geflügelte Pferd - und Andromeda. Im Sternbild Andromeda können wir in einer dunklen, mondlosen Nacht mit bloßem Auge unsere rund zweieinhalb Millionen Lichtjahre entfernte Nachbar-Galaxie M31 erkennen. Im Fernglas erscheint sie als schwacher Nebelfleck. Dieses unscheinbare Fleckchen enthält etwa tausend Milliarden Sterne. M31 ist eine große Spiralgalaxie ganz ähnlich unserer Milchstraße, die aber nur rund 200 Milliarden Sterne besitzt.

Frühaufsteher können im September vor Sonnenaufgang Ausschau nach gleich zwei Morgensternen halten. Als auffällig helles Gestirn erscheint zunächst die Venus am östlichen Horizont. Am 18. September steht die dünne Sichel des abnehmenden Mondes zwei Grad südlich der Venus. Zwei Tage später zieht der Planet im Abstand von einem halben Grad – eine Vollmondbreite – an Regulus vorüber, dem hellsten Stern im Löwen.

Etwa vom 10. bis zum 22. September lässt sich in der Morgendämmerung als zweiter Morgenstern der Merkur ausmachen. Der flinke Götterbote zieht bereits am 10. September an Regulus vorüber, am 19. September begegnet auch er der Mondsichel. Insbesondere am 18. und am 19. September bieten Venus, Merkur, Regulus und die Mondsichel einen schönen Anblick am Morgenhimmel. Geübte Beobachter können sogar als weiteren Planeten den roten Mars unmittelbar neben Merkur aufspüren. Die engste Begegnung dieser beiden Planeten findet am 17. September statt, dann steht der rote Planet morgens 0,3 Grad vom Merkur entfernt.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!