Der Sternenhimmel im Februar

Planetenparade am Morgenhimmel

Im Februar werden die Tage merklich länger und die Nächte entsprechend kürzer: Sonnenauf- und -untergang verschieben sich im Laufe des Monats jeweils um etwa 50 Minuten. Ende Februar ist es deshalb erst gegen 19.30 Uhr richtig dunkel. Doch schon in der frühen Dämmerung lohnt sich der Blick an den westlichen Horizont, zumindest in der zweiten Monatshälfte. Denn dann taucht die Venus – zunächst noch zaghaft – wieder am Abendhimmel auf. Der Abendstern geht am 15. Februar gegen 18.20 Uhr, Ende des Monats etwa um 19 Uhr unter. Am 16. Februar steht die dünne Mondsichel etwa ein halbes Grad südlich des Planeten.

Nach Einbruch der Dunkelheit erstrahlt dann der Winterhimmel in voller Pracht. Hoch im Süden steht eindrucksvoll der Jäger Orion mit Gürtel und Schwertgehänge. Dort, in der Mitte des Schwertgehänges, sehen wir schon im Fernglas ein verschwommenes Fleckchen: Das ist der große Orionnebel, eine etwa 30 Lichtjahre große Gaswolke in 1300 Lichtjahren Entfernung. Junge, heiße Sterne regen das Gas der Wolke zum Leuchten an. Im Zentrum der Wolke ist mit einem Fernrohr das „Trapez“ aus vier hell strahlenden Sternen zu erkennen.

Links unterhalb des Orion funkelt Sirius, der hellste Stern am Himmel. Oberhalb des Sirius stoßen wir auf Prokyon im Kleinen Hund, wiederum darüber auf Kastor und Pollux in den Zwillingen und schließlich, fast genau im Zenit, auf Kapella im Fuhrmann. Westlich zwischen Fuhrmann und Orion gelegen finden wir den Stier mit dem hellen Aldebaran und dem auffälligen Sternhaufen der Plejaden, auch Siebengestirn genannt. Damit haben wir alle Ecken des „Wintersechsecks“ besucht, das aus den Sternen Sirius, Prokyon, Pollux, Kapella, Aldebaran und Rigel im Orion besteht.

Östlich der Zwillinge steht der eher unscheinbare Krebs, tief im Osten zeigt sich als Bote des nahenden Frühlings nun schon der Löwe. Nach Mitternacht folgen im Osten dann die Tierkreis-Sternbilder Jungfrau und Waage – und damit beginnt die Parade der drei Planeten Jupiter, Mars und Saturn, die am Morgenhimmel das Auge erfreuen.

Der Königsplanet Jupiter macht im Sternbild Waage den Anfang, er geht zum Monatsbeginn um 2.15 Uhr, Ende Februar aber schon gegen 0.40 Uhr auf. Im Skorpion folgt der rote Mars: Unser äußerer Nachbarplanet zieht am 10. Februar fünf Grad nördlich an Antares, dem ebenfalls rötlichen Hauptstern des Skorpions, vorüber. Mars geht Anfang des Monats um 3.20 Uhr, Ende des Monats gegen 3 Uhr auf.

In den Morgenstunden gesellt sich dann im Sternbild Schütze noch der Saturn hinzu. Der sechste Planet des Sonnensystems geht Anfang Februar gegen 6 Uhr, Ende des Monats etwa um 4.15 Uhr auf. Im Teleskop zeigt sich das Ringsystem des Planeten gegenwärtig weit geöffnet.

Vom 8. bis zum 11. Februar bereichert die Sichel des abnehmenden Mondes die Parade der Planeten: Am Morgen des 8. Februar steht der Erdtrabant neben Jupiter, einen Tag später begegnet er Mars und am 11. zieht er schließlich am Saturn vorüber.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!