Der Sternenhimmel im Juli

Roter Planet bei rotem Mond

Am 6. Juli um 19 Uhr erreicht die Erde den sonnenfernsten Punkt ihrer Umlaufbahn. Mit 152 Millionen Kilometern ist unser Planet dann etwa 5 Millionen Kilometer weiter von der Sonne entfernt als Anfang Januar. Das erscheint viel, macht aber gerade einmal 3,3 Prozent des mittleren Abstands Erde-Sonne aus. Dieser Unterschied hat deshalb auch keinen Einfluss auf das Wetter. Die Jahreszeiten entstehen vielmehr durch die Schräglage der Erdachse. Der Nordpol der Erde ist gegenwärtig Richtung Sonne geneigt, deshalb erhält die Nordhalbkugel mehr Sonnenstrahlung und bei uns ist Sommer. Auf der Süd-Halbkugel ist dagegen Winter, weil der Südpol von der Sonne weg zeigt.

Die Tage werden jetzt zwar langsam wieder kürzer, aber im Juli müssen wir immer noch bis fast 23 Uhr warten, bis es dunkel genug ist, um die meisten Sternbilder zu erkennen. Bereits kurz nach Sonnenuntergang können wir jedoch im Westen die Venus als strahlenden Abendstern ausmachen. Eine Stunde nach Sonnenuntergang steht der Planet noch knapp zehn Grad über dem Horizont. Am Abend des 15. Juli steht die Sichel des zunehmenden Mondes knapp fünf Grad von der Venus entfernt.

Ist es endlich ganz dunkel geworden, dominiert das Sommerdreieck aus den hellsten Sternen der drei Sternbilder Schwan, Leier und Adler den östlichen Himmel. Zwischen Leier und Bootes stehen der Herkules und die wenig beachtete Krone, ein markantes kleines Sternbild aus sieben halbkreisförmig angeordneten Sternen. Unterhalb des Herkules finden wir das große Sternbild des Schlangenträgers und darunter wiederum, tief im Süden, den Skorpion. Von hier aus zieht sich das schimmernde Band der Milchstraße über den östlichen Himmel, quer durch das Sommerdreieck, sowie die Sternbilder Kepheus und Kassiopeia nach Norden.

Westlich des Skorpions steht im Sternbild Waage ein helles Gestirn mit auffällig ruhigem Schein: Es ist Jupiter, der größte Planet in unserem Sonnensystem. Einen weiteren hellen Planeten finden wir östlich des Skorpions im Sternbild Schütze. Dort steht Saturn, der Planet mit dem auffälligen Ringsystem. Doch damit nicht genug: Noch ein weiterer Planet bereichert den sommerlichen Himmel. Im Steinbock, der wiederum östlich auf den Schützen folgt, leuchtet unser äußerer Nachbar Mars. Der rote Planet steht am 27. Juli von der Erde aus der Sonne gegenüber, in „Opposition“ in der Sprache der Astronomen.

Und just an diesem Tag findet zudem eine totale Mondfinsternis statt. Wenn in unseren Breiten gegen 21.20 Uhr der Mond aufgeht, ist er bereits zu einem großen Teil in den Kernschatten der Erde eingetaucht. Ab 21.30 beginnt die Totalität, die bis 21.14 Uhr andauert. Während dieser Zeit leuchtet der Mond in einem tiefroten Licht – Licht, das durch die Atmosphäre der Erde auf unseren Trabanten gelenkt wird. Der rot verfinsterte Mond steht dabei knapp sechs Grad nördlich des roten Planeten Mars.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!