Der Sternenhimmel im August

Die Perseiden kommen - und vier Planeten am Abendhimmel

Die Liebhaber des Sternenhimmels dürfen aufatmen: Die Zeit der kurzen, hellen Nächte geht im August langsam ihrem Ende entgegen. Um zehn Grad wandert die Sonne im Laufe des Monats nach Süden, entsprechend schnell nimmt die Länge der Nächte zu. Zur Monatsmitte können wir bereits gegen 21.30 Uhr die hellsten Sterne am Himmel sehen.

Aber schon in der Dämmerung lohnt sich der Blick nach Westen. Denn dort strahlt immer noch die Venus als heller Abendstern. Am 17. August erreicht sie mit 46 Grad ihren größten Winkelabstand zur Sonne. Gleichwohl verschlechtern sich die Sichtbarkeitsbedingungen für den immer tiefer am Horizont stehenden Planeten. Anfang August geht die Venus noch um 22.30 Uhr unter, zum Monatsende aber bereits um 21 Uhr. Am 14. August steht die Sichel des zunehmenden Mondes etwa fünf Grad vom Abendstern entfernt.

Nach Einbruch der Dunkelheit dominiert das markante Sommerdreieck aus den Hauptsternen Deneb, Wega und Altair der drei Sternbilder Schwan, Leier und Adler den Himmel. Von einem dunklen Ort fernab der hellen Stadtbeleuchtung aus können wir das schimmernde Band der Milchstraße erkennen, das sich von Süden aus dem Schützen kommend durch das Sommerdreieck zieht und von dort weiter durch Kepheus und Kassiopeia bis zum nördlichen Horizont reicht. Im Westen des Sommerdreiecks finden wir Herkules, Krone und Bootes, im Osten Pegasus und Andromeda.

Neben der Venus bereichern noch drei weitere große Planeten den Abendhimmel im August. Jupiter steht als auffällig ruhig strahlendes Gestirn im Südwesten im Sternbild Waage. Am 17. August steht die Mondsichel etwa viereinhalb Grad nördlich des Königsplaneten. Weiter nach Süden im Sternbild Schütze finden wir Saturn, den Planeten mit dem Ringsystem. Am 21. August zieht der Mond knapp fünf Grad nördlich am Saturn vorüber. Und etwas weiter östlich im Steinbock folgt schließlich Mars, der rote Planet, an dem der Mond am 23. August in knapp sieben Grad Abstand vorüberzieht.

In den Nächten vom 9. bis zum 13. August lohnt es sich, ein wenig länger aufzubleiben und den Blick nach Nordosten auf das Sternbild Perseus zu richten. Von dort nämlich erwarten die Astronomen den Sternschnuppenschwarm der Perseiden, Trümmerstücke des Kometen „Swift-Tuttle“, die in der Erdatmosphäre verglühen. Da am 11. August Neumond ist und damit die Nächte besonders dunkel sind, lassen sich in diesem Jahr die Perseiden besonders gut beobachten.

Die beste Beobachtungszeit liegt zwischen 23 Uhr abends und 5 Uhr morgens - in dieser Zeit rechnen die Experten mit bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde, darunter auch zahlreiche helle Objekte, sogenannte Feuerkugeln oder Boliden.

Und Frühaufsteher können Ende des Monats noch einen weiteren Planeten beobachten: Etwa ab dem 25. August erscheint der Merkur vor Sonnenaufgang über dem ostnordöstlichen Horizont. Am 26. erreicht der flinke Götterbote mit 18 Grad seinen größten Abstand von der Sonne, beobachtbar bleibt er etwa bis zum 5. September.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!