Der Sternenhimmel im September

Venus im größten Glanz - Nächte wieder länger als die Tage

Am 23. September um 3.54 Uhr überquert die Sonne auf ihrem Jahreslauf den Himmelsäquator von Norden nach Süden: Es ist Herbstanfang. Für die Sternfreunde ein Anlass zur Freude, denn von nun an sind die Nächte wieder länger als die Tage. Ende des Monats ist es schon gegen 20 Uhr dunkel genug, um die hellsten Sternbilder zu erkennen. Bereits vor Sonnenuntergang lohnt es sich, nach der Venus Ausschau zu halten. Mitte des Monats ist der Abendstern immer noch 42 Grad von der Sonne entfernt und am 22. September erreicht der Planet seine größte Helligkeit. Allerdings ist bei der Beobachtung Vorsicht geboten – nicht versehentlich in die Sonne schauen, schon gar nicht mein einem Fernglas oder Teleskop! Es empfiehlt sich deshalb ein Beobachtungsort, bei dem beispielsweise eine Hauswand die Sonne abschirmt.

Nach Einbruch der Dunkelheit ist der Abendhimmel immer noch sommerlich. Hoch am Himmel stehen die drei Sternbilder Leier, Schwan und Adler, deren drei hellen Hauptsterne das Sommerdreieck bilden. Westlich der Leier liegen Herkules, Krone und der Ochsentreiber Bootes. Tief im Südwesten finden wir die Tierkreis-Sternbilder Waage und Skorpion, unterhalb des Adlers schließt sich der Schütze an.

In der Waage fällt ein Gestirn durch seinen hellen, ruhigen Schein auf: Es handelt sich um Jupiter, den größten Planeten unseres Sonnensystems. Der Königsplanet verabschiedet sich nun langsam von uns, Ende des Monats geht er bereits um 20.40 Uhr unter. Zwei weitere Planeten können wir im Schützen ausmachen: Zunächst im westlichen Teil des Sternbilds den Saturn, den Planeten mit dem wunderschönen Ringsystem. Und am östlichen Rand des Schützen dann den roten Planeten Mars. Allerdings überquert der Mars bereits am 2. September die Grenze zum Sternbild Steinbock. Am Abend des 17. September steht der Mond etwa anderthalb Grad nördlich des Saturn, drei Tage später sehen wir den Erdtrabanten etwa fünf Grad nördlich des Mars.

Am westlichen Rand des Schützen befindet sich das Zentrum unserer Milchstraße, die aus rund 100 bis 300 Milliarden Sternen besteht. Unser Sonnensystem befindet sich in den Außenbereichen dieses scheibenförmigen Sternsystems, deshalb erscheint uns die Milchstraße als schimmerndes Band aus Myriaden von Sternen am Himmel.

Östlich des Sommerdreiecks erstrecken sich das geflügelte Pferd Pegasus, Andromeda und das auffällige „W“ der Kassiopeia. Tief am östlichen Horizont stehen die eher unscheinbaren Tierkreis-Sternbilder Fische und Widder.

Frühaufsteher können Anfang September noch einen Blick auf Merkur erhaschen. Der sonnennächste Planet steht eine Stunde vor Sonnenaufgang knapp über dem ostnordöstlichen Horizont. Am Morgen des 8. September steht die dünne Sichel des abnehmenden Mondes etwa 3,7 Grad nordöstlich des flinken Götterboten.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!