Der Sternenhimmel im Oktober

Abschied vom Jupier - Orioniden in der zweiten Nachthälfte

Zur Freude der Hobby-Astronomen werden die Tage nun rasch kürzer: Ende Oktober steht die Sonne gut zwei Stunden weniger am Himmel als am Monatsanfang. In der Nacht vom 27. auf den 28. Oktober hilft die Zeitumstellung von der Sommerzeit auf die „normale“ Mitteleuropäische Zeit den Sternfreunden noch einmal zusätzlich: Am Monatsende geht die Sonne schon kurz nach 17 Uhr unter, bereits gegen 19.30 Uhr ist es dunkel genug, um die Pracht des gestirnten Himmels zu genießen.

Durch die früher hereinbrechende Dunkelheit erhalten wir dabei den Eindruck, nahezu unverändert den Sommerhimmel zu sehen: Immer noch dominiert das Sommerdreieck aus den hellsten Sternen der Stern-bilder Schwan, Leier und Adler unangefochten den Himmel. Doch im Laufe des Abends verschwinden mit Bootes und Krone bereits die ersten Sommersternbilder am westlichen Horizont.

Schauen wir dagegen – wie im Hochsommer – erst zu später Stunde an den Himmel, um 22 oder 23 Uhr, so haben sich die Sommersternbilder doch merklich nach Westen verschoben und weichen langsam dem herbstlichen Himmel. Östlich des Schwans steht Pegasus, das geflügelte Pferd, hoch am Himmel, gefolgt von Andromeda, Kassiopeia und Perseus. Tief im Osten können wir mit Kapella und Aldebaran, den hellsten Sternen von Fuhrmann und Stier, bereits die ersten Boten des nahenden Winters ausmachen. Und gegen Mitternacht geht im Osten bereits der Jäger Orion auf, das Wahrzeichen des Winterhimmels.

Schon am frühen Abendhimmel können wir im Oktober drei große Planeten beobachten: Jupiter in der Waage tief im Südwesten, Saturn im Sternbild Schütze im Süden und Mars im Steinbock im Südosten. Jupiter, der größte Planet unseres Sonnensystems, verabschiedet sich allerdings im Laufe des Monats von uns. Anfang Oktober geht der Königsplanet gegen 20.30 Uhr unter, am 20. bereits eine Stunde früher – und danach kann man Jupiter kaum noch in der Dämmerung aufspüren.

Am Abend des 11. Oktober steht die hauchdünne Sichel des zunehmenden Mondes knapp fünf Grad nördlich vom Jupiter. Vier Tage später begegnet der Erdtrabant dem Saturn und am 18. Oktober schließlich dem Mars. Und am 24. Oktober begegnet der Mond am Himmel einem weiteren Planeten – dem unscheinbaren Uranus. Der siebte Planet unseres Sonnensystems steht an diesem Tag von der Erde aus gesehen der Sonne genau gegenüber. Er ist zwar mit einem Durchmesser von etwa 50.000 Kilometern groß – viel größer als der Mars. Aber aufgrund seiner großen Entfernung von Sonne und Erde leuchtet er nur schwach am Himmel und lässt sich nur unter günstigen Beobachtungsbedingungen mit bloßen Augen ausmachen. Ein Fernglas und Aufsuchkärtchen, wie sie im Internet erhältlich sind, helfen bei der Suche nach Uranus.

Während des gesamten Monats ist der Sternschnuppen-Strom der Orioniden aktiv, der vermutlich aus Trümmern des berühmten Halleyschen Kometen besteht. Die Häufigkeit der Sternschnuppen, die sich am besten in der Zeit nach Mitternacht und um Neumond herum beobachten lassen, schwankt von Jahr zu Jahr und lässt sich nicht vorhersagen.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!