Der Sternenhimmel im Dezember

Stelldichein am Morgenhimmel: Venus, Merkur und Jupiter vor Sonnenaufgang im Osten

Am 21. Dezember um 23.23 Uhr beginnt auf der Nordhalbkugel der kalendarische Winter. Denn dann durchläuft die Sonne den südlichsten Punkt ihrer Jahresbahn am Himmel. Die Nacht vom 21. auf den 22. ist damit die längste und dunkelste des Jahres: Knapp 16 Stunden lang verbirgt sich die Sonne in unseren Breiten nun unter dem Horizont. Und tagsüber klettert sie mühsam gerade einmal auf eine Mittagshöhe von 16 Grad über dem Horizont. Zum Vergleich: Im Sommer steht die Sonne mittags in einer Höhe von 63 Grad.

Nach Einbruch der Dunkelheit dominiert immer noch das Sommerdreieck den frühen Abendhimmel. Hoch im Süden finden wir Pegasus, das geflügelte Pferd, darunter den eher unscheinbare Wassermann. Dort leuchtet als auffällig rötliches Objekt der Mars. Am 21. Dezember wechselt der Rote Planet nach Osten hinüber ins Sternbild Fische. Zu einer interessanten Begegnung kommt es bereits am 7. Dezember: Dann zieht Mars im Abstand von knapp zweieinhalb Bogenminuten – etwa einem Zwölftel des Monddurchmessers – nördlich am Planeten Neptun vorüber. Das ist eine seltene Gelegenheit, mithilfe eines Fernglases oder Teleskops den achten Planeten des Sonnensystems aufzuspüren.

Weiter nach Osten folgt auf die Fische der Widder, darüber liegen Andromeda und Perseus. Am Osthimmel ziehen im Verlauf der ersten Nachthälfte die Wintersternbilder herauf: Stier und Fuhrmann, gefolgt von den Zwillingen und dem Krebs. Im Südosten regiert ab etwa 20 Uhr bereits der Jäger Orion mit seinem markanten Gürtel aus drei Sternen, sowie dem darunter hängenden Schwert. In diesem befindet sich auch der berühmte Orion-Nebel, eine von jungen, heißen Sternen zum Leuchten angeregte Gaswolke in 1350 Lichtjahren Entfernung.

Insbesondere zur Monatsmitte lohnt es sich, etwas länger aufzubleiben: Vom 6. bis zum 16. Dezember ziehen die Sternschnuppen der Geminiden über den Himmel. Ihr Maximum erreichen sie in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember. Dann erwarten die Astronomen bis zu 120 Meteore pro Stunde, darunter auch sehr helle Sternschnuppen. Die beste Beobachtungszeit liegt zwischen 21 und 6 Uhr.

Frühaufsteher können vor Sonnenaufgang im Dezember gleich drei Planeten beobachten. Unübersehbar strahlt die Venus im Südosten als Morgenstern. Hinzu kommt etwa vom 10. bis zum 20. Dezember, etwas tiefer stehend, der Merkur, der am 15. Dezember mit über 21 Grad seinen größten Winkelabstand von der Sonne erreicht. Und auch die dünne Sichel des Mondes gesellt sich hinzu: Am 4. Dezember steht der Erdtrabant etwa fünf Grad von der Venus, einen Tag später ebenfalls etwa fünf Grad vom Merkur entfernt.

Im letzten Drittel des Monats taucht dann als dritter Planet Jupiter tief im Südosten auf und begegnet dort Merkur. Am Morgen des 22. Dezember steht Merkur knapp ein Grad nördlich des Königsplaneten.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!