Der Sternenhimmel im Januar

Venus, Quandrantiden und eine totale Mondfinsternis

Am 3. Januar um 6 Uhr morgens durchläuft die Erde den sonnennächsten Punkt ihrer Bahn, das so genannte Perihel. Sie steht unserem Zentralgestirn dann knapp fünf Millionen Kilometer näher als Anfang Juli am sonnenfernsten Punkt ihrer Bahn. Das klingt gewaltig - ist aber nicht mehr als 3,3 Prozent des durchschnittlichen Sonnenabstands von 150 Millionen Kilometern. Deshalb ist es auch nicht dieser Unterschied, sondern die Schräglage der Erdachse, die über unsere Jahreszeiten bestimmt. Im Winter weist der Nordpol von der Sonne fort, deshalb ist es auf der nördlichen Hemisphäre dunkler und kälter.

Die Wintersternbilder Zwillinge, Fuhrmann, Stier, Orion, sowie Kleiner und Großer Hund herrschen nun über den östlichen Abendhimmel. Die hellsten Sterne dieser Konstellationen – Pollux, Kapella, Aldebaran, Rigel, Sirius und Prokyon - bezeichnet man auch als „Wintersechseck“. Das Gegenstück dazu, das Sommerdreieck, ist in den frühen Abendstunden immer noch am westlichen Himmel zu sehen.

Zwischen Sommerdreieck und Wintersechseck finden wir die Sternbilder Pegasus und Andromeda, darunter die eher unscheinbaren Fische. Dort steht derzeit als auffällig rötliches Gestirn der Planet Mars. Am 12. Januar begegnet der Mond dem roten Planeten, der Erdtrabant steht dann knapp sechs Grad südlich des Mars.

Weitere große Planeten können Frühaufsteher am Morgenhimmel beobachten. Als strahlend heller Morgenstern steht die Venus in der Morgendämmerung hoch im Südsüdosten. Der innere Nachbarplanet der Erde erreicht am 6. Januar mit 47 Grad seinen größten Winkelabstand von der Sonne. Als zweiter heller Planet taucht im Südosten der Jupiter auf. Am Jahresanfang geht der Königsplanet gegen 6 Uhr, Ende Januar bereits gegen 4.40 Uhr auf.

Sowohl Anfang als auch Ende Januar kommt es zu einer Reihe enger Begegnungen der beiden Planeten mit dem abnehmenden Mond. Am 2. Januar steht die Mondsichel dreieinhalb Grad nördlich der Venus, einen Tag später drei Grad nördlich des Jupiter. Am 22. Januar kommen sich Venus und Jupiter am Himmel am nächsten: Der Abstand der beiden Planeten beträgt morgens knapp zweieinhalb Grad. Und am 31. Januar steht dann erneut die schmale Mondsichel neben den beiden Planeten, drei Grad nördlich des Jupiter und fünf Grad nördlich der Venus.

Im ersten Monatsdrittel treffen die Sternschnuppen der Quadrantiden auf die Erde. Bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde können in den Morgenstunden über den Himmel ziehen. Darunter sind zwar selten helle Meteore, aber dafür stört in diesem Jahr der Mond nicht bei der Beobachtung des Sternschnuppenstroms.

Und es gibt noch einen weiteren astronomischen Leckerbissen am Morgenhimmel: Am 21. Januar wandert der Vollmond in den Kernschatten der Erde. Die totale Mondfinsternis beginnt um 5.41 Uhr und endet um 6.44 Uhr. Insbesondere zur Mitte der Totalität um 6.12 Uhr leuchtet der Mond zumeist in einem intensiven kupferroten Licht. Dabei handelt es sich um in der Atmosphäre der Erde gebrochenes Sonnenlicht.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!