Der Sternenhimmel im Februar

Merkur und Mars am Abendhimmel, Jupiter, Venus und Saturn am Morgenhimmel

Die dunkelste Zeit des Jahres liegt nun hinter uns: Im Februar wird es bereits merklich heller. Die Sonne geht etwa eine Dreiviertelstunde später unter und ebenso eine Dreiviertelstunde früher auf. Außerdem wächst die Mittagshöhe unseres Zentralgestirns im Laufe des Monats um etwa zehn Grad an.

Ab Mitte des Monats lohnt sich bereits in der frühen Abenddämmerung der Blick an den westlichen Horizont. Denn dort taucht für etwa zwei Wochen der sonnennächste Planet Merkur auf. Seinen größten Abstand von der Sonne erreicht der flinke Götterbote mit 18 Grad am 27. Februar. Im Fernrohr zeigt sich der Planet zu dieser Zeit zur Hälfte beleuchtet, in den Tagen danach wird er langsam zu einer Sichel.

Nach Einbruch der Dunkelheit erstrahlt der Winterhimmel in voller Pracht. Der südliche Teil des Firmaments bis hinauf zum Zenit wird nun von den Sternbildern des so genannten Wintersechsecks eingenommen. Das Sechseck besteht aus den hellen Sternen Kapella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier, Rigel im Orion, Sirius im Großen Hund, Prokyon im Kleinen Hund und schließlich Pollux in den Zwillingen.

Das eindrucksvollste Sternbild des Winters ist zweifellos der Jäger Orion mit Gürtel und Schwertgehänge. In der griechischen Mythologie ist Orion ein riesenhafter Jäger, der nach seinem Tod gemeinsam mit seinen beiden Hunden Sirius und Prokyon an den Himmel versetzt wurde.

Im Tierkreis können wir in den frühen Abendstunden westlich des Stiers die eher unscheinbaren Sternbilder Widder und Fische erkennen. Dort leuchtet als auffällig rötliches Gestirn derzeit der Planet Mars, der am 13. Februar von den Fischen in den Widder überwechselt. Eben an diesem Tag begegnet der vierte Planet unseres Sonnensystems dem siebten: Uranus ist nur unter günstigsten Bedingen mit bloßen Augen auszumachen. Hier bietet sich nun die Gelegenheit, den fernen Planeten mit einem Fernglas neben dem Mars aufzuspüren. Um 21 Uhr steht Mars 1,1 Grad nördlich von Uranus, hilfreiche Aufsuchkärtchen gibt es im Internet etwa bei astronomie.de.

Die Venus ist auch weiterhin hell strahlender Morgenstern, auch wenn sich ihre Sichtbarkeit langsam verschlechtert. Der Aufgang des Planeten verspätet sich im Laufe des Monats von 5.06 auf 5.26 Uhr – und da die Sonne im gleichen Zeitraum knapp 50 Minuten früher aufgeht, verkürzt sich die Sichtbarkeit der Venus entsprechend stark.

Dafür ist Jupiter nun am Morgenhimmel länger zu sehen: Anfang Februar geht er um 4.35, zum Monatsende bereits um 3.08 Uhr auf. Am 27. Februar steht der abnehmende Halbmond etwa fünf Grad neben dem Riesenplaneten. Mit einem kleinen Fernrohr sind die vier größten Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto zu erkennen, vier Lichtpünktchen neben dem Planeten, deren Stellung sich von Tag zu Tag verändert.

Als weiterer Planet gesellt sich schließlich in der Morgendämmerung tief im Südosten etwa ab Mitte Februar Saturn hinzu. Der Planet mit dem Ringsystem geht von Tag zu Tag früher auf und begegnet am 18. Februar der Venus. Zusammen mit der abnehmenden Mondsichel bieten Jupiter, Venus und Saturn zum Monatsende einen schönen Anblick in der Morgendämmerung.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!