Der Sternenhimmel im März

Mars im Goldenen Tor der Ekliptik, Planetenparade am Morgenhimmel

Am 20. März um 22:58 Uhr überquert die Sonne auf ihrer scheinbaren Jahresbahn den Himmelsäquator von Süd nach Nord. Damit beginnt der kalendarische Frühling, die Tage sind nun wieder länger als die Nächte. Mit jedem Tag steigt die Sonne höher am Himmel hinauf: Die Mittagshöhe der Sonne wächst im März fast um ein halbes Grad pro Tag. Dadurch verschieben sich im Lauf des Monats Sonnenauf- und -untergang jeweils um etwa eine Stunde, entsprechend kürzer werden die Nächte. Und in der letzten Nacht des Monats stellen wir unsere Uhren wieder auf Sommerzeit um – womit es am Abend noch einmal eine Stunde später dunkel wird.

Nach Einbruch der Dunkelheit steht die westliche Himmelshälfte noch ganz im Zeichen des Winters. Majestätisch steht im Südwesten der Jäger Orion mit seinem auffälligen Gürtel und dem Schwertgehänge. Oberhalb des Orion sehen wir die anderen typischen Wintersternbilder: Zwillinge, Fuhrmann und Stier. Links unterhalb des Orion, fast genau im Süden, blinkt der hellste Stern des Himmels, Sirius im Sternbild Großer Hund. Von dort, vom Großen Hund im Süden, steigt die Milchstraße als matt schimmerndes Band auf. Durch die Sternbilder Zwillinge und Fuhrmann zieht sie sich quer über den Himmel, dann wieder hinab durch Perseus, Kassiopeia und Kepheus nach Norden.

Der einziger helle Planet am Abendhimmel ist derzeit der Mars. Bereits nach Einbruch der Dunkelheit lässt es sich im Westen im Sternbild Widder ausmachen. Am 11. März steht der zunehmende Mond etwa 6 Grad unterhalb des Mars. Am 23. März überquert der Rote Planet die Grenze zum Sternbild Stier und zum Monatsende durchquert er das „Goldene Tor der Ekliptik“, wandert also zwischen den beiden Sternhaufen Plejaden und Hyaden hindurch.

Gleich drei weitere Planeten können Frühaufsteher am Morgenhimmel beobachten. Als erstes taucht im Osten Jupiter auf. Der größte Planet des Sonnensystems steht zwischen Skorpion und Schütze im Sternbild Schlangenträger und geht am Monatsanfang gegen 3 Uhr, zum Monatsende aber schon gegen 1:20 Uhr auf. Als nächstes folgt im Sternbild Schütze der Saturn: Der Planet mit dem Ringsystem geht Anfang März kurz vor 5 Uhr und Ende März bereits um 3 Uhr auf.

Und schließlich – den ganzen Monat hindurch kurz nach 5 Uhr – erscheint auch die Venus am bereits dämmernden Morgenhimmel. Allerdings ist der innere Nachbarplanet jetzt kein allzu auffälliger Morgenstern mehr. Eine Stunde vor Sonnenaufgang steht die Venus gerade einmal fünf Grad über dem südöstlichen Horizont.

Gleichwohl bietet die Parade der drei hellen Planeten am Morgenhimmel einen reizvollen Anblick – insbesondere wenn sich der abnehmende Mond hinzu gesellt. Bereits am Morgen des 3. März steht die dünne Mondsichel nur vier Grad von der Venus entfernt. Weitere Begegnungen folgen zum Monatsende: Am 27. März steht der Erdtrabant etwa ein Grad nördlich von Jupiter, zwei Tage später ein Grad südlich des Saturn. Zur neuerlichen Begegnung mit der Venus kommt es dann am 2. April.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!