Der Sternenhimmel im April

Abschied von der Venus als Morgenstern, helle Sternschnuppen der Lyriden

Die Umstellung auf die Sommerzeit Ende März hat für die Sternfreunde die unangenehme Folge, dass es abends nun eine Stunde später dunkel wird. Hinzu kommt, dass die Sonne von Tag zu Tag höher und länger am Himmel steht. Anfang April endet die Dämmerung gegen 20.30 Uhr, zum Monatsende sogar noch eine Stunde später. Bis gegen 22 Uhr dauert es dann, bis endlich die Sterne in voller Pracht erstrahlen.

Nach Einbruch der Dunkelheit sehen wir im Westen immer noch die Wintersternbilder Stier, Fuhrmann und Orion, sowie den tief im Südwesten stehende Große Hund mit dem hellen Stern Sirius. Bereichert werden die Wintersternbilder durch den Planeten Mars, der im ersten Drittel des Monats das „Goldene Tor der Ekliptik“ durchquert, also zwischen den beiden offenen Sternhaufen Plejaden und Hyaden hindurch wandert. Am 16. April passiert der Rote Planet im Abstand von sieben Grad Aldebaran, den hellsten Stern im Stier.

Während sich die Wintersternbilder langsam vom Abendhimmel verabschieden, übernimmt der hoch am Himmel stehende Löwe die Herrschaft über den Frühlingshimmel. Rechts vom Löwen finden wir den eher unscheinbaren Krebs mit dem Sternhaufen Praesepe, der Krippe. Der offene Sternhaufen besteht aus etwa 350 Sternen und bietet im Fernglas und bei kleiner Vergrößerung im Fernrohr einen wunderschönen Anblick.

Hoch am nördlichen Himmel steht im Frühjahr der Große Bär, dessen sieben hellste Sterne den markanten „Großer Wagen“ bilden. Die beiden rechten Kastensterne des Großen Wagens weisen uns den Weg Richtung Norden: Verlängert man ihre Verbindungslinie um das Fünffache nach oben, so stößt man ziemlich exakt auf den Polarstern.

Östlich des Löwen folgen auf dem Tierkreis die Sternbilder Jungfrau, Waage, Skorpion und Schlangenträger. Dort taucht mit Jupiter der zweite große Planet des Nachthimmels auf. Der größte Planet des Sonnensystems geht Anfang des Monats zwar erst gegen 2.15 Uhr auf, Ende April aber schon kurz nach Mitternacht.

Mit Saturn erscheint dann In der zweiten Nachthälfte ein weiterer Planet am östlichen Himmel. Der Planet mit dem wunderschönen Ringsystem – das bereits in einem kleinen Fernrohr sichtbar ist – geht Anfang April gegen 4 Uhr, Ende April bereits gegen 2 Uhr auf und steht derzeit im Sternbild Schütze.

Die zweite Nachthälfte eignet sich auch zur Jagd auf Sternschnuppen: Vom 16. bis zum 25. April erwarten die Astronomen die Lyriden, Trümmerstücke des Kometen Thatcher. Zwar rechnen die Himmelsforscher selbst zum Maximum des Sternschnuppenstroms am 23. April nur mit etwa 20 Meteoren. Darunter können jedoch einige sehr helle Sternschnuppen sein.

Kurz vor Sonnenaufgang können wir zumindest in der ersten Hälfte des Monats tief im Ostsüdosten noch die Venus als Morgenstern ausmachen. Doch der innere Nachbarplanet der Erde verabschiedet sich jetzt langsam vom Morgenhimmel und taucht erst im nächsten Winter als Abendstern wieder auf.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!