Der Sternenhimmel im Mai

Zwergplanet Ceres in Opposition zur Sonne

Es geht mit großen Schritten auf den Sommer zu. Das Bild des abendlichen Firmaments hat sich in den letzten Wochen grundlegend gewandelt. Dazu trägt neben der monatlichen Verschiebung der Gestirne im Jahreslauf auch die stetig später einsetzende Dunkelheit bei: Erst gegen 22 Uhr ist es in unseren Breiten im Mai richtig dunkel.

Im Westen verabschieden sich Stier, Fuhrmann und Zwillinge als letzte Überreste des Winterhimmels von uns – und mit ihnen auch der Planet Mars. Der Rote Planet wandert am 16. Mai vom Stier in die Zwillinge. Am 7. Mai steht die Sichel des zunehmenden Mondes knapp fünf Grad vom Mars entfernt.

Auch das Sternbild Krebs ist schon weit nach Westen gerückt, gefolgt vom hoch am Himmel stehenden Löwen. Im Süden steht im Mai das Sternbild Jungfrau mit dem auffälligen Stern Spika, gefolgt von der eher unscheinbaren Waage. Oberhalb der Jungfrau finden wir den Ochsentreiber Bootes mit seinem roten Hauptstern Arktur.

Nach Osten hin schließen sich die Sternbilder Krone und Herkules an, gefolgt von der Leier als erstem Boten des nahenden Sommers. Im Tierkreis folgt auf die Waage im Südosten der Skorpion mit seinem rötlichen Hauptstern Antares und schließlich der weniger bekannte Schlangenträger.

Dort finden wir ein helles, auffällig ruhig strahlendes Gestirn: den Jupiter. Der größte Planet des Sonnensystems geht am Monatsanfang zwar erst gegen Mittenacht, Ende Mai aber schon um 22 Uhr im Südosten auf. Am 20. Mai steht der noch fast volle Mond knapp drei Grad neben dem Jupiter.

Mit einem Fernglas können wir im Mai noch ein weiteres interessantes Objekt im Schlangenträger aufspüren: Am 28. Mai steht der Zwergplanet Ceres – das größte Objekt des Asteroidengürtels zwischen Mars und Jupiter – von der Erde aus der Sonne gegenüber und lässt sich deshalb besonders gut beobachten. Ceres steht an der Grenze zum Sternbild Skorpion, ist mit bloßen Augen allerdings nicht zu erkennen. Aufsuchkärtchen finden sich im Internet beispielsweise bei astronomie.de.

In der zweiten Nachthälfte erscheint nicht nur das Sommerdreieck am Himmel, sondern nach dem Schlangenträger auch das Tierkreis-Sternbild Schütze mit dem nächsten Planeten: Saturn mit seinem Ringsystem geht Anfang Mai um 2 Uhr, Ende Mai etwa um Mitternacht auf. Am 22. Mai steht der abnehmende Mond anderthalb Grad südlich des Planeten.

Frühaufsteher können auch im Mai noch versuchen, kurz vor Sonnenaufgang tief im Südosten die Venus aufzuspüren. Am 1. Mai geht der Morgenstern um 5.15 Uhr, am 31. Mai um 4.30 Uhr auf, also etwa eine Stunde vor der Sonne. Am 2. Mai steht die hauchdünne Sichel des abnehmenden Mondes knapp unterhalb der Venus – so tief am Horizont und so kurz vor Sonnenaufgang ist es aber selbst mit einem Fernglas schwer, den Erdtrabanten aufzuspüren.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!