Der Sternenhimmel im Juli

Saturn in Opposition zur Sonne - und eine partielle Mondfinsternis

Am 4. Juli um 24 Uhr erreicht die Erde den sonnenfernsten Punkt ihrer Umlaufbahn. Mit 152 Millionen Kilometern ist unser Planet dann etwa 5 Millionen Kilometer weiter von der Sonne entfernt als Anfang Januar. Eine gewaltige Differenz – immerhin das 13-fache des Abstands Erde-Mond! – und doch nur ein Unterschied von 3,3 Prozent. Daher ist es auch nicht die Änderung des Sonnenabstands, die unsere Jahreszeiten bestimmt – dann müsste jetzt auf der ganzen Erde Winter sein – sondern die Neigung der Erdachse. Derzeit ist auf der nördlichen Halbkugel Sommer, weil der Nordpol um 23,5 Grad in Richtung Sonne gekippt ist – im Winter zeigt er entsprechend von der Sonne weg.

Da die Sommersonnenwende hinter uns liegt, werden die Nächte zwar langsam wieder dunkler. Aber im Juli müssen wir immer noch bis fast 23 Uhr warten, bis es dunkel genug ist, um die meisten Sternbilder zu erkennen. Dann versinkt das Frühlingssternbild Löwe bereits tief im Westen. Auf den Löwen folgen im Tierkreis die Jungfrau mit den hellen Stern Spika, die eher unauffällige Waage und tief am südlichen Himmel Skorpion und Schütze.

Oberhalb der Jungfrau finden wir den Bärenhüter Bootes mit dem auffällig hellen Stern Arkturus. Die östliche Himmelshälfte wird nun vom Sommerdreieck dominiert, das aus den hellsten Sternen der drei Sternbilder Schwan, Leier und Adler besteht. Zwischen Leier und Bootes stehen der Herkules und die wenig beachtete nördliche Krone, ein markantes kleines Sternbild aus sieben halbkreisförmig angeordneten Sternen.

Zwischen Skorpion und Schütze ragt ein kleines Stück des Sternbilds Schlangenträger in den Tierkreis, und dort finden wir als auffällig helles Objekt Jupiter. Und nebenan im Schützen steht Saturn, der Planet mit dem bekannten Ringsystem. Saturn steht am 9. Juli von der Erde aus gesehen der Sonne genau gegenüber und ist daher die ganze Nacht hindurch gut sichtbar. Beide Planeten sind bereits mit einem kleinen Fernrohr lohnende Beobachtungsobjekte.

Allerdings stehen Jupiter und Saturn in unseren Breiten sehr tief am Himmel – nur zwischen 15 und 20 Grad über dem Horizont – was die Beobachtung leider erschwert. Am Abend des 13. Juli steht der Mond knapp zwei Grad nördlich des Jupiter, drei Tage später begegnet der Erdtrabant dem Saturn.

In der Nacht vom 16. auf den 17. Juli wandert der Mond durch den Schatten der Erde hindurch. Allerdings verschwindet der Erdtrabant dabei nicht vollständig, sondern nur zu etwas mehr als der Hälfte im Kernschatten. Es handelt sich also nicht um eine totale, sondern um eine partielle Finsternis. Wenn der Mond gegen 21.30 Uhr aufgeht, hat die Finsternis bereits begonnen: Um 20.42 Uhr tritt der Erdtrabant in den Halbschatten, um 21.01 Uhr in den Kernschatten der Erde. Die stärkste Verfinsterung erreicht der Mond um 23.32 Uhr. Eine Stunde nach Mitternacht hat er dann den Kernschatten wieder vollständig verlassen.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!