Der Sternenhimmel im September

Die Nächte sind wieder länger als die Tage - und Neptun in Opposition

Am 23. September um 9.50 Uhr beginnt – streng astronomisch betrachtet – der Herbst: Zu diesem Zeitpunkt überquert die Sonne auf ihrer scheinbaren Jahresbahn den Himmelsäquator von Norden nach Süden. Von diesem Moment an sind die Nächte zur Freude der Sterngucker wieder länger als die Tage. Ende des Monats ist es bereits um 20.30 Uhr dunkel genug, um die hellsten Sternbilder zu erkennen.

Nach Einbruch der Dunkelheit zeigt sich der Himmel dann trotz Herbst-beginn noch hochsommerlich. Das Sommerdreieck aus den drei hellsten Sternen der Sternbilder Leier, Schwan und Adler beherrscht weiterhin den Himmel. Rechts unterhalb des Sommerdreiecks, tief im Süden, sehen wir das Sternbild Schütze, dass derzeit durch den Planeten Saturn bereichert wird. Schon mi einem kleinen Hobby-Fernrohr lässt sich sein schönes Ringsystem gut erkennen. Ebenfalls deutlich zu sehen ist Titan, der größte Mond des Saturns. Im Laufe seiner 16 Tage langen Umlaufzeit ändert er ständig seine Position relativ zum Saturn. Am Abend des 8. September steht der zunehmende Mond knapp drei Grad vom Saturn entfernt.

Etwas tiefer im Südwesten, zwischen Schütze und Skorpion im südlichen Ausläufer des Schlangenträgers, finden wir mit Jupiter einen weiteren Planeten. Der Königsplanet verabschiedet sich jedoch langsam vom Abendhimmel: Geht er Anfang September erst kurz vor Mitternacht unter, verfrüht sich sein Untergang zum Monatsende bereits auf etwa 22 Uhr. Am 6. September steht der Halbmond knapp sechs Grad neben dem Jupiter. Westlich des Sommerdreiecks stehen die Sternbilder Herkules und Bootes, östlich Pegasus, das geflügelte Pferd. Erst später am Abend, wenn es bereits auf Mitternacht zugeht, tauchen am östlichen Himmel mit Andromeda, Perseus und Widder die Boten des Herbstes auf, gefolgt von Stier und Fuhrmann.

Im Herkules lassen sich mit einem Feldstecher oder einem Fernrohr zwei der schönsten Kugelsternhaufen des nördlichen Himmels beobachten. Unterhalb des rechten Schultersterns Eta befindet sich M13, ein aus rund einer halben Million Sterne bestehender Haufen. Je nach Beobachtungsgerät hat er eine Ausdehnung von ein bis zwei Dritteln des Monddurchmessers. Etwas kleiner ist M92, der oberhalb des Sterns Pi im Herkules liegt. Auch er enthält einige hunderttausend Sterne. Die Entfernungen der beiden Sternhaufen von der Erde betragen jeweils etwa 22.000 und 27.000 Lichtjahre.

Der September bietet in diesem Jahr die beste Gelegenheit, einmal einen Blick auf Neptun zu werfen. Der achte und damit sonnenfernste Planet steht am 10. September der Sonne genau gegenüber und ist damit die ganze Nacht hindurch im Sternbild Wassermann zu sehen. Allerdings leuchtet er so schwach, dass er nur im Fernglas oder Fernrohr auszumachen ist – im Internet erhältliche Aufsuchkärtchen helfen bei der Suche. Eine gute Orientierungshilfe bietet dabei der Stern Phi im Wassermann, der am 6. September um 20 Uhr etwa einen halben Grad nordöstlich von Neptun steht.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!