Der Sternenhimmel im November

Merkur vor der Sonne - und am Morgenhimmel

Im November lohnt sich bereits in der frühen Abenddämmerung der Blick an den Himmel – insbesondere an den südwestlichen Horizont. Denn dort taucht jetzt allmählich die Venus wieder als Abendstern auf – wenn auch zunächst eher unauffällig. Der innere Nachbarplanet geht den ganzen Monat hindurch gegen 18 Uhr unter. Da die Sonne jedoch immer früher untergeht, verbessert sich damit die Sichtbarkeit der Venus.

Am 24. November begegnen sich Venus und Jupiter in einem Abstand von anderthalb Grad. Der größte Planet des Sonnensystems geht am Monatsanfang noch um 19 Uhr unter, Ende November aber bereits um 17.45 Uhr und verabschiedet sich damit vom Abendhimmel. Als dritter Planeten der Abenddämmerung folgt Saturn im Sternbild Schütze. Der Untergang des Planeten mit dem Ringsystem verlagert sich im Laufe des Monats von 20 auf 19 Uhr.

Zu dem Reigen der drei Planeten gesellt sich am Monatsende die Sichel des zunehmenden Mondes hinzu. Am 28. November begegnet der Erdtrabant zunächst Jupiter. Der Mond zieht sogar vor dem Königsplaneten vorüber – allerdings tagsüber von 10.30 bis 11.35 Uhr, sodass die Jupiterbedeckung nur mit einem guten Fernrohr beobachtbar ist. Am Abend des 28. November steht die Mondsichel dann bereits etwa zwei Grad entfernt von der Venus. Einen Tag später schließlich finden wir den Erdtrabanten drei Grad neben Saturn.

Nach Einbruch der Dunkelheit sehen wir dann immer noch die vertrauten Sternbilder des Sommerhimmels. Im Laufe des Monats verändert sich der Sternenhimmel am frühen Abend nur wenig, da es von Tag zu Tag früher dunkel wird. Das Sommerdreieck aus den hellsten Sternen der Sternbilder Leier, Schwan und Adler dominiert auch weiterhin den südwestlichen Himmel.

Erst gegen 20 Uhr zeigt sich der Himmel dann herbstlich – mit Pegasus, dem geflügelten Pferd, hoch am Himmel, gefolgt von Andromeda, Perseus und, tief im Osten, Stier und Fuhrmann. Später am Abend tauchen im Osten auch der Jäger Orion und die Zwillinge auf - um Mitternacht wirkt der Himmel damit schon fast winterlich.

Frühaufsteher können vor Sonnenaufgang noch einen weiteren Planeten beobachten: Merkur erreicht am 28. November mit 20 Grad seinen größten Winkelabstand von der Sonne und bietet damit am ostsüdöstlichen Horizont vom 23. November bis zum 4. Dezember seine beste Morgensichtbarkeit für dieses Jahr.

Doch damit nicht genug: Am 11. November gibt es eine weitere Gelegenheit Merkur zu sehen – und zwar vor der Sonne. Der flinke Götterbote zieht von 13.35 bis 19.04 Uhr als tiefschwarzes Pünktchen vor unserem Zentralgestirn vorüber. Doch Vorsicht! Niemals mit einem Fernglas oder Fernrohr direkt in die Sonne schauen – eine sofortige Schädigung des Auges wäre die Folge. Für eine gefahrlose Beobachtung des Merkur-Durchgangs gibt es zwei Möglichkeiten: die Anbringung eines handelsüblichen Sonnenfilters vor dem Objektiv, oder die Projektion des Sonnenbilds auf eine weiße Fläche.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!