Der Sternenhimmel im Januar

Venus ist strahlender Abendstern - Mars am Morgenhimmel

Am 5. Januar um 9 Uhr durchläuft die Erde den sonnennächsten Punkt ihrer Bahn, das Perihel. Mit einem Abstand von 147,1 Millionen Kilometern steht sie der Sonne dann knapp 5 Millionen Kilometer näher als Anfang Juli. Doch obwohl wir unserem Zentralgestirn näher sind, haben wir auf der Nordhalbkugel Winter: Es ist nicht die unterschiedliche Entfernung von der Sonne, sondern die Schräglage der Erdachse, die über unsere Jahreszeiten bestimmt. Im Winter weist der Nordpol von der Sonne fort, deshalb ist es auf der nördlichen Hemisphäre dunkler und kälter.

Bereits in der frühen Abenddämmerung erstrahlt jetzt die Venus in voller Pracht als Abendstern. Kurz nach Sonnenuntergang ist unser innerer Nachbarplanet in etwa 15 Grad Höhe über dem südwestlichen Horizont leicht auszumachen. Am 28. Januar steht die dünne Sichel des zunehmenden Mondes etwa fünf Grad von der Venus entfernt.

Der Sternenhimmel präsentiert sich im Januar nach Einbruch der Dunkelheit endgültig winterlich: Zwillinge, Fuhrmann, Stier, Orion, sowie Kleiner und Großer Hund dominieren das östliche Firmament. Die jeweils hellsten Sterne dieser Konstellationen – Pollux, Kapella, Aldebaran, Rigel, Sirius und Prokyon - werden, in Anlehnung an das bekanntere Sommerdreieck, auch als „Wintersechseck“ bezeichnet.

Von Südosten her aufsteigend zieht sich das schimmernde Band der Milchstraße durch Zwillinge und Fuhrmann hindurch und führt dann weiter durch Perseus, Kassiopeia und Kepheus nach Nordwesten. Westlich vom Stier finden wir Widder, Andromeda, Fische und Pegasus, sowie, tief im Südwesten, den Walfisch.

Am Abend des 10. Januar kommt es zu einer Halbschatten-Finsternis des Mondes. Das bedeutet, das vom Mond aus gesehen, lediglich ein Teil der Sonne von der Erde abgedeckt wird. Deshalb ist das Ereignis – im Gegensatz zu einer totalen Mondfinsternis – von der Erde aus betrachtet wenig spektakulär. Die Finsternis erreicht gegen 20.10 Uhr ihren Höhepunkt. Aufmerksame Beobachter bemerken dann eine leichte Abdunklung des südlichen Teils des Erdtrabanten.

Am Morgenhimmel können wir einen weiteren Planeten beobachten: Der rote Mars geht den ganzen Monat hindurch etwa gegen 5 Uhr im Südosten auf und bewegt sich von der Waage über den Skorpion in den Schlangenträger. Am 17. Januar finden wir den Roten Planeten etwa fünf Grad vom ebenfalls rötlichen Stern Antares (altgriechisch für „Gegen-Mars“) im Skorpion entfernt. Vier Tage später begegnet dann der Mond dem äußeren Nachbarplaneten der Erde.

In den Morgenstunden lohnt es sich außerdem, nach Sternschnuppen Ausschau zu halten. Denn im ersten Monatsdrittel treffen die Sternschnuppen der Quadrantiden auf die Erde. Bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde können insbesondere in den Morgenstunden des 4. Januar über den Himmel ziehen. Darunter sind zwar selten helle Meteore, aber dafür stört in diesem Jahr der Mond nicht bei der Beobachtung des Sternschnuppenstroms.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!