Der Sternenhimmel im Februar

Merkur und Venus am Abendhimmel - und der Winterhimmel in voller Pracht

Im Februar merken wir deutlich, dass die Tage wieder länger und die Nächte kürzer werden. Im Verlauf des Monats nimmt die Mittagshöhe der Sonne am Himmel um fast zehn Grad zu, Sonnenauf- und -untergang verschieben sich entsprechend jeweils um etwa 50 Minuten. Ende des Monats ist es deshalb erst gegen 19.30 Uhr richtig dunkel.

Aber bereits in der frühen Abenddämmerung lohnt sich in doppelter Hinsicht der Blick an den westsüdwestlichen Horizont. Denn zum einen baut die Venus im Laufe des Monats ihre Stellung als strahlender Abendstern aus – Ende Februar steht der Planet eine Stunde nach Sonnenuntergang noch gut 30 Grad über dem Horizont. Und zum anderen erscheint Merkur in der Zeit vom 6. bis zum 12. Februar als zweiter Abendstern tief am Horizont.

Der flinke Götterbote erreicht am 10. Februar mit 18 Grad seinen größten Winkelabstand zur Sonne und steht dann eine Stunde nach Sonnenuntergang noch etwa fünf Grad über dem Horizont. Im Fernrohr erscheint Merkur am 11. Februar halb beleuchtet, sieht also wie ein kleiner Halbmond aus. Die Venus geht Anfang des Monats gegen 21 Uhr, Ende Februar sogar erst kurz nach 22 Uhr unter. Am Abend des 27. Februar steht die dünne Sichel des zunehmenden Mondes etwa sechs Grad vom Abendstern entfernt.

Nach Ende der Dämmerung erstrahlt dann der Winterhimmel in voller Pracht: Der südliche Teil des Firmaments bis hinauf zum Zenit wird von den Sternbildern des „Wintersechsecks“ eingenommen. Es besteht aus den hellen Sternen Kapella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier, Rigel im Orion, Sirius im Großen Hund, Prokyon im Kleinen Hund und schließlich Pollux in den Zwillingen.

Das eindrucksvollste Sternbild des Winters ist zweifellos der Jäger Orion mit seinem Gürtel und Schwertgehänge. In der griechischen Mythologie ist Orion ein riesenhafter Jäger, der nach seinem Tod gemeinsam mit seinen beiden Hunden Sirius und Prokyon an den Himmel versetzt wurde. Im Tierkreis können wir in den frühen Abendstunden westlich des Stiers noch die eher unscheinbaren Sternbilder Widder und Fische erkennen. Östlich der Zwillinge finden wir den Krebs, sowie später in der Nacht als Bote des nahenden Frühlings den Löwen.

In der zweiten Nachthälfte erscheinen drei weiter Planeten am Himmel, zunächst unser äußerer Nachbar Mars. Der rote Planet bewegt sich im Laufe des Monats vom Schlangenträger in den Schützen und geht Anfang Februar gegen 4.45 Uhr, Ende Februar etwa um 4.30 Uhr auf. Ebenfalls im Schützen befindet sich Jupiter. Der Königsplanet erscheint am Monatsanfang um 6.30 Uhr im Osten, bis Ende Februar verlagert sich sein Aufgang bereits auf 5 Uhr. Am Morgen des 18. Februar steht der abnehmende Mond etwa vier Grad vom Mars entfernt, am Tag danach steht der Erdtrabant dann sechs Grad neben Jupiter.

Im letzten Monatsdrittel schließlich erscheint dann in der beginnenden Monatsdämmerung Saturn im Südosten. Ende Februar geht der Planet mit dem Ringsystem um 5.30 Uhr auf.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!