Der Sternenhimmel im März

Venus ist strahlender Abendstern - Planetenreigen am Morgenhimmel

Am 20. März um 4.50 Uhr beginnt der astronomische Frühling: Die Sonne überquert auf ihrer scheinbaren Bahn den Himmelsäquator in Richtung Norden. Mit jedem Tag steigt die Sonne nun etwa ein halbes Grad höher am Himmel auf, das entspricht ungefähr ihrem Durchmesser. Entsprechend schnell nimmt die helle Zeit des Tages zu und die Dauer der Nacht ab, nämlich im Laufe des Monats um fast zwei Stunden. Am 29. März um 2 Uhr nachts werden zudem die Uhren wieder auf Sommerzeit umgestellt. So ist es dann am Monatsende erst gegen 22 Uhr richtig dunkel.

Doch bereits in der Abenddämmerung lohnt sich der Blick an den Himmel, denn die Venus steht als hell strahlender Abendstern im Westen. Am 24. März erreicht der innere Nachbarplanet der Erde mit 46 Grad seinen größten Winkelabstand zur Sonne. Geübte Beobachter können die Venus jetzt sogar schon vor Sonnenuntergang aufspüren. Doch bei der Suche ist Vorsicht geboten: Niemals direkt in die Sonne schauen, insbesondere nicht mit einem Fernglas oder Fernrohr. Gut geeignet ist ein Standort im Schatten, der links von der Sonne einen freien Blick erlaubt.

Am 28. März gesellt sich die Sichel des zunehmenden Mondes zum Abendstern. Am Monatsende zeigt sich die Venus im Fernrohr halb beleuchtet wie ein kleiner Halbmond. In den kommenden Wochen wird sie zu einer immer schmaleren Sichel.

Nach Einbruch der Dunkelheit steht die westliche Himmelshälfte noch ganz im Zeichen des Winters: Majestätisch ragt im Südwesten der Jäger Orion als dominierendes Sternbild auf. Oberhalb des Orion stehen die anderen typischen Wintersternbilder: Zwillinge, Fuhrmann und Stier. Links unterhalb des Orion blinkt der hellste Stern des Himmels, Sirius im Sternbild Großer Hund.

Von dort, vom Großen Hund im Südwesten, steigt die Milchstraße als matt schimmerndes Band auf. Durch die Sternbilder Zwillinge und Fuhrmann zieht sie sich quer über den Himmel, dann wieder hinab durch Perseus, Kassiopeia und Kepheus nach Norden. Die Milchstraße bildet so fast eine Trennlinie zwischen dem winterlichen Himmel im Westen und den Frühlingssternbildern im Osten. Denn dort stehen nun bereits Krebs und Löwe hoch am Himmel, später am Abend folgen ihnen Jungfrau und der Ochsentreiber Bootes.

Frühaufsteher können im März gleich drei Planeten am Morgenhimmel beobachten: Mars, Jupiter und Saturn bilden eine auffällige Kette heller Gestirne im Sternbild Schütze, zu der sich vom 17. bis zum 19. März noch die Sichel des abnehmenden Mondes gesellt. Am Monatsanfang geht gegen 4.25 Uhr zuerst der Rote Planet im Südosten auf. Ihm folgt um 5 Uhr der Königsplanet, nochmals eine halbe später dann der Planet mit dem Ringsystem. Im Laufe des Monats fällt Mars jedoch gegen die anderen Planeten zurück: Am morgen des 20. März begegnen sich Mars und Jupiter, am letzten Tag des Monats Mars und Saturn. So geht Ende März gegen 4.15 Uhr Sommerzeit Jupiter als erstes auf, gefolgt von Saturn um 4.35 Uhr und schließlich dem Mars um 4.40 Uhr.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!