Der Sternenhimmel im April

Venus im größten Glanz - Jupiter, Saturn und Mars am Morgenhimmel

Durch die Ende März erfolgte Umstellung der Uhren auf die Sommerzeit ist es abends jetzt schlagartig eine Stunde länger hell. Hinzu kommt im Frühjahr der rasche Aufstieg der Sonne nach Norden, der im Laufe des Monats die Zeit zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang nochmals um fast zwei Stunden verkürzt. Darüber hinaus verlängert sich auch die Zeit der Dämmerung stetig, da die Sonne langsamer und weniger tief unter den Horizont sinkt. Insgesamt ist es deshalb Ende April erst gegen 22 Uhr richtig dunkel – schwierige Zeiten mithin für die Freunde des Sternenhimmels.

Doch bereits in der Abenddämmerung lohnt sich der Blick gen Himmel. Denn die Venus erreicht als Abendstern im April ihren höchsten Stand und am 28. April ihre größte Helligkeit. Der innere Nachbarplanet der Erde leuchtet jetzt so hell, dass er sich sogar schon vor Sonnenuntergang aufspüren lässt. Doch Vorsicht: Bei der Suche nicht direkt in die Sonne blicken, schon gar nicht mit einem Fernglas oder Teleskop. Optimal ist ein Standort im Schatten, an dem der Beobachter gegen die Sonne abgeschirmt ist, aber den Himmel links von der Sonne absuchen kann.

Im Fernrohr zeigt sich die Venus jetzt sichelförmig, wobei die Sichel im Laufe des Monats immer schmaler wird. Am 3. April zieht der Abendstern durch den südlichen Teil der Plejaden – in der späten Dämmerung ein schöner Anblick im Fernglas. Am 26. April steht die Mondsichel etwa sechs Grad südlich der Venus.    

Wenn es endlich völlig dunkel geworden ist, hat sich der Winterhimmel schon weitgehend verabschiedet: Stier und Orion stehen tief im Westen, darüber Fuhrmann und Zwillinge. Hoch am Himmel steht im Frühjahr der Große Bär, dessen sieben Hauptsterne in unseren Breiten auch als „Großer Wagen“ bekannt sind.

Das dominierende Sternbild des Frühlings ist jedoch der ebenfalls hoch am Abendhimmel stehende Löwe. Zwischen Zwillingen und Löwe liegt das unscheinbare Sternbild Krebs mit einem der schönsten Sternhaufen des Nordhimmels, der „Krippe“, lateinisch: Praesepe. Dieser offene Sternhaufen enthält rund 450 Sterne und bietet Im Fernglas oder im kleinen Fernrohr – bei nicht zu hoher Vergrößerung – einen prächtigen Anblick.

Am Morgenhimmel können Nachtschwärmer und Frühaufsteher gleich drei weitere Planeten beobachten, die tief im Südosten eng beieinander in den Sternbildern Schütze und Steinbock stehen: Jupiter, Saturn und Mars. Wie Perlen auf einer Kette erscheinen die drei Planeten nacheinander am Monatsanfang zwischen 4 und 4.30 Uhr am Horizont, Ende des Monats schon knapp zwei Stunden früher. Am 15. und 16. April zieht der abnehmende Mond nacheinander an Jupiter, Saturn und Mars vorüber.

Die zweite Nachthälfte eignet sich außerdem im April zur Jagd auf Sternschnuppen: Vom 16. bis zum 25. April erwarten die Astronomen die Lyriden, Trümmerstücke des Kometen Thatcher. Zwar rechnen die Himmelsforscher zum Maximum des Sternschnuppenstroms am 22. April nur mit 10 bis 20 Meteoren. Darunter können jedoch einige sehr helle Sternschnuppen sein.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!