Der Sternenhimmel im Juli

Es wird wieder dunkler - Opposition von Jupiter und Saturn

Am 4. Juli um 14 Uhr erreicht die Erde den sonnenfernsten Punkt ihrer Umlaufbahn. Mit 152 Millionen Kilometern ist unser Planet dann etwa 5 Millionen Kilometer weiter von der Sonne entfernt als am 5. Januar. Doch auf unser Wetter hat die Sonnenferne keinen Einfluss: Es ist die Neigung der Erdachse und nicht die leichte Ellipsenform der Erdbahn, welche die Jahreszeiten verursacht. Auf der Nordhalbkugel ist Sommer, weil der Nordpol um 23,5 Grad in Richtung Sonne gekippt ist und deshalb mehr Licht und Wärme von unserem Zentralgestirn erhält. Auf der Südhalbkugel ist dagegen Winter, weil der Südpol von der Sonne weg zeigt.

Da die Sonnenwende hinter uns liegt, werden die Nächte zur Freude der Sterngucker wieder dunkler – allerdings zunächst nur langsam. Eine Stunde nach Sonnenuntergang entfaltet sich vor unseren Augen der prächtige Sommerhimmel mit den Sternbildern Schwan, Leier und Adler, deren hellste Sterne das bekannte Sommerdreieck bilden. Westlich der Leier, hoch am Himmel, sehen wir Herkules, an den sich die nördliche Krone anschließt, ein markantes kleines Sternbild aus sieben halbkreisförmig angeordneten Sternen, sowie der Bärenhüter Bootes mit seinem auffälligen, rötlich strahlenden Hauptstern Arktur.

Zumindest in der ersten Monatshälfte können wir tief im Westen noch das Frühlingssternbild des Löwen sehen. Auf den Löwen folgen im Tierkreis die Jungfrau mit dem hellen Stern Spika, die eher unauffällige Waage und tief am südlichen Himmel Skorpion und Schütze. Im Schützen tummeln sich mit Jupiter und Saturn derzeit gleich zwei große Planeten – die zudem beide in diesem Monat von der Erde aus gesehen der Sonne gegenüber stehen und deshalb die ganze Nacht hindurch sichtbar sind.

Jupiter, der größte Planet des Sonnensystems, nimmt seine Oppositionsstellung am 14. Juli ein. Der Königsplanet geht Anfang des Monats um 22.10 Uhr am südöstlichen Horizont auf, zum Monatsende bereits um 20 Uhr. Sein äußerer Nachbar Saturn folgt jeweils etwa 20 Minuten später und steht am 20. Juli in Opposition.

Drei Stunden später folgt ein weiterer Planet: Der rote Mars steht im Sternbild Fische und geht am Monatsanfang um 1 Uhr, Ende Juni dann bereits vor Mitternacht um 23.30 Uhr auf. So bilden die drei hellen Planeten eine auffällige Reihe am südlichen Himmel, zu der sich in der ersten Monatshälfte zudem der Mond hinzu gesellt. Am 5. Juli steht der Erdtrabant nahe Jupiter, einen Tag später beim Saturn und in der Nacht vom 11. auf den 12. Juli beim Roten Planeten.

Frühaufsteher können vor Sonnenaufgang außerdem die Venus als hellen Morgenstern bewundern. Eine Stunde vor Sonnenaufgang steht der Planet etwa 15 Grad über dem östlichen Horizont.

In der zweiten Monatshälfte lohnt es sich, nach Sternschnuppen Ausschau zu halten: Sowohl die Delta-Aquariden als auch die Perseiden sind aktiv, insbesondere nach Mitternacht – und da am 20. Juli Neumond ist, stört der Erdtrabant kaum bei den Beobachtungen der Meteorströme.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!