Der Sternenhimmel im November

Sternschnuppen und Merkur am Morgenhimmel

Diesen November könnten wir in den Genuss eines zwar kurzen, aber heftigen Sternschnuppen-Schauers kommen: In den Morgenstunden des 22. November kreuzt die Erde die schmale Trümmerspur eines zerfallenden Kometen. In der Vergangenheit sind bei diesen Passagen innerhalb einer halben Stunde häufig mehrere hundert Sternschnuppen über den Himmel gezogen. Experten erwarten, dass es in diesem Jahr wieder soweit ist. Ab 4.15 Uhr sollte man für eine gute Dreiviertelstunde nach Südwesten blicken, denn die Meteore werden aus der Region zwischen den hellen Sternen Sirius und Prokyon erwartet.

Früh aufzustehen lohnt sich für Sternfreunde im November auch aus anderen Gründen. So leuchtet die Venus weiterhin als strahlender Morgenstern im Ostsüdosten, auch wenn sie sich langsam der Sonne nähert. Als zweiter Planet gesellt sich vom 6. bis zum 18. November der Merkur hinzu. Der sonnennächste Planet erreicht am 10. November mit 19 Grad seinen größten Abstand von der Sonne. Am Morgen des 13. November steht die hauchdünne Sichel des abnehmenden Mondes zwischen Merkur und Venus.

Aber natürlich lohnt sich auch am Abend der Blick an den Sternenhimmel. Unmittelbar nach Einbruch der Dunkelheit dominiert immer noch das Sommerdreieck aus den hellsten Sternen der Sternbilder Leier, Schwan und Adler den südwestlichen Himmel. Im Laufe des Monats verändert sich der Anblick des Sternenhimmels am frühen Abend nur wenig, da es von Tag zu Tag früher dunkel wird.

Unterhalb des Sommerdreiecks, tief im Südwesten, sehen wir im Sternbild Schütze gleich zwei Planeten: Jupiter und Saturn. Am Abend des 19. November gesellt sich die dünne Sichel des zunehmenden Mondes zu dem Planeten-Duo. Jupiter geht am Monatsanfang gegen 21.15 Uhr und Ende des Monats bereits um 19.45 Uhr unter, Saturn folgt um 21.40 Uhr Anfang und um 20 Uhr Ende November. Bereits mit einem kleinen Fernrohr kann man die vier hellsten Jupitermonde und den Ring des Saturn erkennen.

Im Laufe des Abends wandert das Sommerdreieck weiter nach Westen und gegen 20 Uhr ist der Himmel dann herbstlich – mit Pegasus, dem geflügelten Pferd, hoch am Himmel, gefolgt von Andromeda, Perseus und, tief im Osten, Stier und Fuhrmann. Tief im Süden lassen sich, gute Horizontsicht und ein dunkler Himmel außerhalb der städtischen Beleuchtung vorausgesetzt, die eher unscheinbaren Sternbilder Steinbock, Wassermann und Fische erkennen.

Die Fische werden derzeit von einem auffällig hellem, rötlich leuchtenden Objekt bereichert: Das ist Mars, der äußere Nachbarplanet der Erde. Seine rötliche Farbe wird durch oxidiertes Eisen - also Rost - in dem Staub verursacht, der die Oberfläche des Mars nahezu überall bedeckt. Da der Rote Planet der Erde derzeit nahe steht, lassen mit einem Fernrohr Einzelheiten auf der Planetenoberfläche - wie etwa die hellen Polkappen - gut zu erkennen. In der Nacht vom 25. auf den 26. November zieht der Mond an dem Roten Planeten vorüber.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!