Der Sternenhimmel im Dezember

Jupiter und Saturn begegnen sich am Abendhimmel – und die Geminiden bescheren uns viele Sternschnuppen

Im Jahre 7 v. Chr. begegneten sich die Planeten Jupiter und Saturn am Nachthimmel gleich drei Mal kurz hintereinander. Viele Historiker sehen in dieser „Dreifach-Konjunktion“ den Ursprung der Legende vom Stern von Bethlehem. Zu einer Begegnung der beiden großen Planeten kommt es auch in diesem Jahr in der Weihnachtszeit: Am Abend des 21. Dezember stehen Jupiter und Saturn im Südwesten nur sechs Bogenminuten auseinander – das entspricht einem Fünftel des Monddurchmessers. Mit bloßem Auge erscheint das Planeten-Duo als helles Doppelgestirn. Und im Fernrohr lassen sich beide Planeten gleichzeitig beobachten. Zu einer „Großen Konjunktion“ wie der diesjährigen kommt es alle zwanzig Jahre – eine dreifache Begegnung wie zu Christi Geburt ist weitaus seltener: Die nächste findet erst im Jahr 2238 statt.

Während sich Jupiter und Saturn mit ihrem himmlischen Rendezvous vom Abendhimmel verabschieden – die beiden Planeten gehen Anfang Dezember kurz vor 20 Uhr, zum Jahreswechsel aber schon gegen 18.15 Uhr unter – steht Mars im Sternbild Fische noch hoch am Himmel. Der Rote Planet lässt sich bereits in der Dämmerung am südöstlichen Himmel ausmachen.

Zu dieser Zeit mutet der Himmel im Dezember fast noch sommerlich an: Das Sommerdreieck aus den hellsten Sternen von Schwan, Leier und Adler dominiert den westlichen Himmel, im Süden sehen wir Steinbock und Wassermann. Vom Sommerdreieck nach Osten ziehen sich die Herbststernbilder Pegasus, Andromeda und Perseus, hoch am Himmel steht darüber das markante „W“ der Kassiopeia.

Doch mit fortschreitender Stunde verschwindet das Sommerdreieck im Westen und im Osten tauchen als Boten des Winterhimmels Fuhrmann, Stier und Zwillinge auf. Und gegen 21 Uhr steht dann auch der Jäger Orion mit seinem Gürtel und Schwertgehänge am südöstlichen Himmel: Jetzt lässt sich der Winterhimmel in voller Pracht genießen! Und das derzeit besonders lange: Denn am 21. Dezember um 11.02 Uhr beginnt auf der Nordhalbkugel der kalendarische Winter. Dann durchläuft die Sonne den südlichsten und damit niedrigsten Punkt ihrer Jahresbahn am Himmel. Deshalb sind im Dezember die Nächte lang und die Tage kurz – in unseren Breiten steht die Sonne nur etwa acht Stunden über dem Horizont.

Insbesondere in der ersten Monatshälfte lohnt es sich, nach Sternschnuppen Ausschau zu halten: Vom 4. bis zum 20. Dezember treten die Geminiden in Erscheinung, bei denen es sich vermutlich um Trümmer des Asteroiden Phaeton handelt. Die Geminiden erreichen ihr Maximum in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember – dann können stündlich bis zu 150 Sternschnuppen über den Himmel ziehen.

In der Morgendämmerung schließlich können Frühaufsteher auch weiterhin die Venus als hell strahlenden Morgenstern bewundern. Der innere Nachbarplanet der Erde nähert sich aber langsam der Sonne, geht daher immer später auf und steht von Tag zu Tag tiefer am südöstlichen Horizont.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!