Der Sternenhimmel im Januar

Mars ist der Star des Abendhimmels - und die Venus nimmt Abschied als Morgenstern

Am 10 und 11. Januar lohnt sich in der frühen Abenddämmerung der Blick mit einem guten Fernglas an den westsüdwestlichen Horizont: Dort begegnen sich die Planeten Merkur, Jupiter und Saturn. Die beste Beobachtungszeit ist gegen 17 Uhr – mit bloßen Augen sind die drei Planeten so kurz nach Sonnenuntergang leider noch nicht auszumachen. Und nach Einbruch der Dunkelheit sind sie bereits unter dem Horizont verschwunden.

Mit bloßen Augen kann man Merkur, den sonnennächsten Planeten, etwa vom 22. bis zum 26. Januar eine Stunde nach Sonnenuntergang in etwa fünf Grad Höhe über dem Horizont zu erkennen. Jupiter und Saturn haben sich zu dieser Zeit bereits vom Abendhimmel verabschiedet – sie sind ledig in den ersten Tagen des Jahres in der Dämmerung noch tief am Horizont zu sehen.

Der Star des Abendhimmels ist gegenwärtig der Rote Planet: Mars wandert am 7. Januar vom Sternbild Fische in den Widder und steht damit immer höher am Himmel. Am Abend des 21. Januar steht der Mond sechs Grad südlich des Roten Planeten. Spannender ist die Begegnung, zu der es am nächsten Abend kommt: Dann nämlich steht Mars um 20 Uhr 1,6 Grad nördlich des Planeten Uranus – eine gute Gelegenheit mit einem Fernglas oder Teleskop Ausschau nach dem siebten Planeten unseres Sonnensystems zu halten.

Der Sternenhimmel präsentiert sich im Januar endgültig winterlich. In der späten Abenddämmerung ist zwar am westlichen Himmel immer noch das Sommerdreieck zu erkennen, doch im Osten erhebt sich strahlend der Jäger Orion mit seinen hellen Sternen Beteigeuze und Rigel, mit seinem auffälligen Gürtel und Schwertgehänge. Östlich des Orion folgen im Laufe des Abends Großer und Kleiner Hund mit den ebenfalls hellen Sternen Sirius und Prokyon. Sirius ist der hellste Stern am Nachthimmel: Er ist 8,6 Lichtjahre von uns entfernt und 25 Mal so leuchtkräftig wie unsere Sonne.

Oberhalb des Orion stehen die Sternbilder Zwillinge, Fuhrmann und Stier. Die hellsten Sterne dieser Sternbilder - Kapella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier, Rigel im Orion, Sirius im Großen, Prokyon im Kleinen Hund und schließlich Pollux in den Zwillingen bilden das „Wintersechseck“. Östlich der Zwillinge folgt das Tierkreis-Sternbild Krebs sowie, später am Abend, der Löwe als Vorbote des Frühlings.

Im ersten Monatsdrittel ziehen vereinzelt Sternschnuppen der Quadrantiden über den Himmel – hauptsächlich allerdings in der zweiten Nachthälfte, in der leider das Licht des abnehmenden Mondes die Beobachtung stört. Zudem erreicht dieser Sternschnuppenstrom sein Maximum tagsüber am 3. Januar. Die meisten Sternschnuppen kann man also voraussichtlich in den Morgenstunden des 3. Januar erhaschen.

Gegen 7 Uhr geht dann die Venus als Morgenstern auf. Doch unser innerer Nachbarplanet nähert sich von der Erde aus gesehen der Sonne an. Ende Januar geht die Venus gegen 7.30 Uhr auf, während die Morgendämmerung immer früher einsetzt und die Sichtbarkeit des Planeten verschlechtert.

Unsere Erde erreicht am 2. Januar den sonnennächsten Punkt ihrer Umlaufbahn – allerdings ist die Abweichung von einer perfekten Kreisbahn so gering, dass dies keinen Einfluss auf unser Wetter hat: Die Jahreszeiten kommen nicht durch die Entfernung zur Sonne, sondern durch die Schräglage der Erdachse zustande.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!