Der Sternenhimmel im April

Mars im Wintersechseck - Jupiter und Saturn am Morgenhimmel

Im April verabschiedet sich der Winterhimmel langsam von uns: Stier und Orion stehen bei Einbruch der Dunkelheit tief im Westen, darüber Fuhrmann und Zwillinge. Die hellsten Sterne dieser Sternbilder – Aldebaran im Stier, Rigel im Orion, Kapella im Fuhrmann und Pollux in den Zwillingen – bilden zusammen mit Prokyon im Kleinen Hund und Sirius im Großen Hund das Wintersechseck. Inmitten dieses markanten Sechsecks sehen wir derzeit ein weiteres auffällig helles Gestirn: unseren äußeren Nachbarplaneten Mars.

Der Rote Planet wandert langsam durch das Sternbild Stier und überquert am 24. April die Grenze zum Sternbild Zwillinge. Am Abend des 17. April steht die Sichel des zunehmendes Mondes knapp drei Grad östlich des Mars. Die Entfernung des Roten Planeten von der Erde ist inzwischen auf 280 Millionen Kilometer angewachsen – fast das Doppelte des Abstands Erde-Sonne. Deshalb ist Mars kein lohnendes Objekt mehr für Fernrohr-Beobachtungen – auf dem kleinen Planetenscheibchen sind keine Einzelheiten mehr zu erkennen. Anfang März geht der Mars um 2 Uhr, am Monatsende um 1.20 Uhr unter.

Hoch am Himmel steht im Frühjahr der Große Bär, dessen sieben Hauptsterne in unseren Breiten auch als „Großer Wagen“ bekannt sind. Das dominierende Sternbild des Frühlings ist jedoch der ebenfalls hoch am Abendhimmel stehende Löwe. Zwischen Zwillingen und Löwe liegt das unscheinbare Sternbild Krebs mit einem der schönsten Sternhaufen des Nordhimmels, der „Krippe“, lateinisch Praesepe. Dieser offene Sternhaufen enthält etwa 450 Sterne und bietet Im Fernglas oder im kleinen Fernrohr – bei nicht zu hoher Vergrößerung – einen prächtigen Anblick.

Am Morgenhimmel können wir uns an zwei weiteren Planeten erfreuen: Jupiter und Saturn stehen im Südosten im Sternbild Steinbock. Saturn, der Planet mit dem auffälligen Ringsystem, geht Anfang des Monats um 5 Uhr und Ende April bereits um 3.15 Uhr auf. Jeweils etwa eine halbe Stunde später folgt der Königsplanet. Am Morgen des 6. April steht die dünne Sichel des abnehmenden Mondes knapp sechs Grad südöstlich vom Saturn, einen Tag später in ähnlicher Entfernung neben dem Jupiter.

Da im Frühjahr die Sonne von Tag zu Tag höher am Himmel steht, verlängert sich entsprechend auch ihr „Tagbogen“, also die Strecke, die das Zentralgestirn am Tageshimmel zurücklegt. Dadurch vergrößert sich im Laufe des Monats die Zeitspanne zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang um fast zwei Stunden – und entsprechend kürzer werden zum Leidwesen der Sternfreunde die Nächte. Außerdem verlängert sich auch die Zeit der Dämmerung, da die Sonne langsamer und weniger tief unter den Horizont sinkt. Insgesamt ist es deshalb Ende April erst gegen 22 Uhr so richtig dunkel. Für die Hobby-Astronomen brechen schwierige Zeiten an.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!