Der Sternenhimmel im November

Venus erreicht als Abendstern ihren höchsten Stand

Am 21. November kreuzt die Erde die schmale Trümmerspur eines bislang unbekannten Kometen – es lohnt sich daher, in den Abendstunden nach Sternschnuppen Ausschau zu halten. Die Stärke dieses „Alpha-Monocerotiden“ genannten Meteorstroms ist schwer vorhersagbar. In manchen Jahren fallen mehrere hundert Sternschnuppen innerhalb einer halben Stunde. Allerdings stört in diesem Jahr der noch fast volle Mond bei der Beobachtung.

Bereits in der Abenddämmerung lohnt sich im November der Blick an den südwestlichen Horizont. Denn dort erreicht die Venus bis zum Monatsende ihren höchsten Stand. Eine Stunde nach Sonnenuntergang steht der Abendstern dann etwa zehn Grad über dem Horizont. Das entspricht etwa der Breite der Hand am ausgestreckten Arm. Am Abend des 8. November steht die dünne Sichel des zunehmenden Mondes sechs Grad links oberhalb des Planeten.

Im Laufe des Monats verändert sich der Sternenhimmel am frühen Abend nur wenig. Da es von Tag zu Tag früher dunkel wird, sehen wir bei Einbruch der Dunkelheit zunächst weiterhin die vertrauten Sternbilder des Sommerhimmels. Das Sommerdreieck aus den hellsten Sternen der Sternbilder Leier, Schwan und Adler dominiert auch weiterhin den südwestlichen Himmel.

Links unterhalb des Sommerdreiecks finden wir das unscheinbare Tierkreis-Sternbild Steinbock. Hier leuchtet mit auffällig ruhigem Schein der Planet Jupiter. Und ein Stück rechts vom Königsplaneten finden wir Saturn.

Beide Planeten sind stets lohnende Objekte für die Beobachtung mit dem Fernrohr. Bereits bei etwa 50-facher Vergrößerung lassen sich das Ringsystem des Saturn, sowie Wolkenbänder in der Atmosphäre Jupiters erkennen. Am Abend des 10. November steht der Mond etwa fünf Grad neben Saturn, einen Tag später ebenfalls etwa fünf Grad neben Jupiter.

Im Laufe des Abends wandert das Sommerdreieck weiter nach Westen und der Himmel wird herbstlich – mit Pegasus, dem geflügelten Pferd, hoch am Himmel, gefolgt von Andromeda, Perseus und, tief im Osten, Stier und Fuhrmann. Und zu später Stunde tauchen dann im Osten auch der Jäger Orion und die Zwillinge auf. Um Mitternacht wirkt der Himmel damit schon fast winterlich.

Im Sternbild Andromeda können wir bei dunklen Lichtverhältnissen ein schwaches Nebelfleckchen ausmachen: unsere 2,5 Millionen Lichtjahre entfernte Nachbargalaxie M 31. Die unserer Milchstraße ähnelnde Spiralgalaxie besteht aus etwa einer Billion Sternen. Sie ist das entfernteste Objekt, das sich mit bloßen Augen am Himmel erkennen lässt.

In der zweiten Nachthälfte lohnt es sich noch einmal, nach Sternschnuppen Ausschau zu halten, denn vom 13. bis zum 30. November sind die Leoniden aktiv – Trümmer des 1865 entdeckten Kometen Tempel-Tuttle, der unsere Sonne alle 33 Jahre auf einer elliptischen Bahn umkreist. Sein Maximum erreicht dieser Meteorstrom am 18. November gegen 3 Uhr morgens.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!