Der Sternenhimmel im Juli

Mars begegnet Uranus - und die ersten Perseiden kommen

Im Juli tauchen am Abendhimmel endlich wieder Planeten auf. Den Anfang macht Saturn, der am Monatsanfang zwar erst kurz vor Mitternacht aufgeht, Ende Juli aber schon um 21.40 Uhr, also bereits kurz nach Sonnenuntergang. Der Planet steht links unterhalb des Sommerdreiecks im Tierkreiszeichen Steinbock. In der Nacht vom 15. auf den 16. Juli steht der Mond etwa fünf Grad vom Saturn entfernt. Bereits im kleinen Fernrohr ist das Ringsystem des Planeten und sein großer Mond Titan zu erkennen.

Anderthalb Stunden später erscheint im Osten Jupiter, der größte Planet unseres Sonnensystems. Auch er ist mit seinen Wolkenbändern und den von Tag zu Tag wechselnden Stellungen der vier „Galileischen Monde“ immer ein lohnendes Objekt für Beobachtungen mit dem Fernrohr. Der Mond zieht in der Nach vom 18. auf den 19. Juni am Jupiter vorüber, der im Grenzbereich zwischen den Sternbildern Fische und Walfisch leuchtet.

Im Sternbild Fische steht auch unserer äußerer Nachbarplanet Mars. Der Rote Planet geht Anfang Juli um 1.40 Uhr, Ende Juli gegen 0.20 Uhr auf. Am Morgen des 22. Juli steht der Mond etwa vier Grad vom Mars entfernt. Während der Rote Planet gegenwärtig recht weit von der Erde entfernt ist und deshalb im Fernrohr unscheinbar bleibt, lohnt sich Ende des Monats gleichwohl ein Blick mit dem Fernglas. Denn vom 30. Juli bis zum 3. August passiert Mars den fernen Uranus – eine günstige Gelegenheit, den siebten Planeten des Sonnensystems aufzuspüren.

Der Sternenhimmel präsentiert sich im Juli mit den Sternbildern Schwan, Leier und Adler, deren hellste Sterne das bekannte Sommerdreieck bilden, endgültig sommerlich. Westlich der Leier, hoch am Himmel, sehen wir Herkules, an den sich die nördliche Krone anschließt, ein markantes kleines Sternbild aus sieben halbkreisförmig angeordneten Sternen, sowie der Bärenhüter Bootes mit seinem auffälligen, rötlich strahlenden Hauptstern Arktur.

In der ersten Monatshälfte können wir tief im Westen noch das Frühlingssternbild Löwe sehen. Auf den Löwen folgen im Tierkreis die Jungfrau mit dem hellen Stern Spika, die eher unauffällige Waage und tief am südlichen Himmel Skorpion und Schütze. Nach Osten hin schließen sich dann Steinbock und Wassermann an.

In der zweiten Monatshälfte lohnt es sich, nach Sternschnuppen Ausschau zu halten: Sowohl die Delta-Aquariden als auch die Perseiden sind aktiv, insbesondere nach Mitternacht. Und da am 28. Juli Neumond ist, stört dann auch der Mond nicht bei der Beobachtung. Wer bis zur Morgendämmerung durchhält, wird mit einem weiteren Planeten belohnt: Im Ostnordosten erscheint die Venus als heller Morgenstern. Am 26. Juli steht die dünne Sichel des abnehmenden Mondes knapp sechs Grad neben der Venus.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!