Der Sternenhimmel im August

Drei Planeten am Nachthimmel - Vollmond stört die Perseiden

Abschied vom Morgenstern: Zwar lässt sich die Venus im August etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang noch tief am ostnordöstlichen Horizont erkennen. Aber die Sichtbarkeit des inneren Nachbarplaneten der Erde verschlechtert sich von Woche zu Woche. Geht die Venus Anfang August noch gut zwei Stunden vor der Sonne auf, so verkürzt sich dieser Abstand zum Monatsende auf anderthalb Stunden. Am 26. August steht die dünne Sichel des abnehmenden Mondes etwa viereinhalb Grad nördlich der Venus.

Planeten-Beobachter kommen im August aber auch sonst auf ihre Kosten: Gleich drei Planeten lassen sich nahezu die ganze Nacht hindurch beobachten. Den Anfang macht Saturn, der Planet mit dem auffälligen Ringsystem, der am 14. August von der Erde aus gesehen der Sonne gegenüber steht, in „Opposition“ wie die Astronomen sagen. Der sechste Planet steht im Steinbock und geht entsprechend etwa auf, wenn die Sonne untergeht.

Im Sternbild Walfisch folgt Jupiter, der größte Planet unseres Sonnensystems. Anfang August geht der Königsplanet um 23 Uhr, am Monatsende bereits um 21 Uhr auf. Beide Planeten sind stets lohnende Beobachtungsobjekte mit dem Fernrohr – Saturn wegen seines Ringsystems und Jupiter wegen der Wolkenbänder in seiner Atmosphäre und seinen vier hellen Monden. Diese bereits von Galileo Galilei entdeckten Trabanten sorgen immer wieder für interessante Erscheinungen. So kann man etwa in den Morgenstunden des 9. Augusts von 2 Uhr bis 5 Uhr den Schatten des Mondes Ganymed über die Scheibe Jupiters wandern sehen.

Noch etwas später in der Nacht erscheint dann der Mars am Himmel. Der Rote Planet geht am Monatsanfang kurz nach Mitternacht, Ende August gegen 23 Uhr auf und wandert vom Widder in den Stier – und damit immer höher am Himmel hinauf. Zum Monatsende erreicht der Rote Planet das „Goldene Tor der Ekliptik“, die Region zwischen den beiden Sternhaufen Plejaden und Hyaden.

Der Sternenhimmel ist im August hochsommerlich: Das markante Sommerdreieck aus den Hauptsternen Deneb, Wega und Altair der drei Sternbilder Schwan, Leier und Adler beherrscht das Firmament. Östlich vom Sommerdreieck finden wir die Sternbilder Pegasus und Andromeda, darunter Wassermann und Fische. Westlich der Leier stehen Herkules, Krone und Bootes. Darunter, am südwestlichen Himmel, sehen wir Skorpion und Schlangenträger, sowie tief im Süden den Schützen.

Im August ziehen stets besonders viele Sternschnuppen über den Himmel. Denn in der Nacht vom 12. auf den 13. August haben die Perseiden ihr Maximum. Es handelt sich um Trümmer des Kometen Swift-Tuttle, die in der Erdatmosphäre verglühen. Bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde erwarten Astronomen im Maximum, darunter auch zahlreiche helle Objekte. Allerdings erschwert der Vollmond in diesem Jahr leider die Beobachtung – gerade die weniger hellen Sternschnuppen verschwinden im Licht des Erdtrabanten.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!