Der Sternenhimmel im September

Der Monat der Planeten

Der September ist in diesem Jahr der Monat der Planeten: Neben Saturn, Jupiter und Mars sind auch Uranus und Neptun lohnende Objekte für eine Suche mit einem Fernglas oder Fernrohr. Und in der Morgendämmerung lässt sich noch ein kurzer Blick auf die Venus erhaschen.

Der abendliche Sternenhimmel zeigt sich – auch wenn am Morgen des 23. September der kalendarische Herbst beginnt – noch hochsommerlich: Das Sommerdreieck aus den drei hellsten Sternen der Sternbilder Leier, Schwan und Adler beherrscht weiterhin den Himmel. Rechts unterhalb des Sommerdreiecks, tief im Süden, sehen wir das Sternbild Schütze, links unterhalb des Sommerdreiecks folgt im Tierkreis der Steinbock.

Und dort begegnet uns mit Saturn der erste Planet des Abendhimmels. Mit seinem Ringsystem und dem hellen Mond Titan ist Saturn stets einen Blick mit dem Fernrohr wert – schon ab etwa 30-facher Vergrößerung sind die Ringe zu erkennen.

Weiter nach Osten folgen im Tierkreis Wassermann und Fische – und dort finden wir Jupiter, den größten Planeten des Sonnensystems. Der Königsplanet fällt sofort durch seinen ruhigen, hellen Schein auf. Bereits im kleinem Fernrohr lassen sich Wolkenbänder in der Atmosphäre des Planeten, sowie die wechselnden Stellungen der vier hellsten Jupitermonde beobachten.

Westlich des Sommerdreiecks stehen die Sternbilder Herkules und Bootes, östlich Pegasus, das geflügelte Pferd. Erst später am Abend, wenn es bereits auf Mitternacht zugeht, tauchen am östlichen Himmel mit Andromeda, Perseus und Widder die Boten des Herbstes auf, gefolgt von Stier und Fuhrmann. Im Stier stoßen wir auf den dritten hellen Planeten am Nachthimmel: Der rote Marspassiert am 9. September Aldebaran, den hellsten Stern im Stier, im Abstand von 4,3 Grad.

Links von den Fischen, unterhalb des Sternbilds Andromeda, liegt der unscheinbare Widder – der jedoch in der Nacht vom 14. auf den 15. September Schauplatz einer interessanten Begegnung ist: Hier zieht der Mond vor dem Planeten Uranus vorüber. Das bietet eine günstige Gelegenheit, den fernen Planeten aufzuspüren, insbesondere, wenn er etwa 20 Minuten nach Mitternacht plötzlich als kleines grünliches Pünktchen am dunklen Rand des Mondes wieder auftaucht.

Auch eine Suche nach Neptun lohnt sich im September. Denn der achte Planet des Sonnensystems steht der Sonne genau gegenüber im Sternbild Wassermann und ist damit die ganze Nacht zu sehen. Ein Aufsuchkärtchen aus dem Internet und ein lichtstarkes Fernglas helfen bei der Suche.

Kurz vor Sonnenaufgang erscheint dann schließlich noch die Venus als Morgenstern tief im Ostnordosten. Doch der Aufgang des Planeten verspätet sich von Tag zu Tag und zum Monatsende müssen wir Abschied vom Morgenstern nehmen.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!