Der Sternenhimmel im Oktober

Merkur am Morgenhimmel - und eine partielle Sonnenfinsternis

Am 25. Oktober schiebt sich – von der Erde aus gesehen – der Mond vor die Sonne. Allerdings bedeckt der Erdtrabant unser Zentralgestirn nicht vollständig, die Sonnenfinsternis ist also nicht „total“, sondern „partiell“, wie die Astronomen sagen. Während im nordwestlichen Asien bis zu 82 Prozent der Sonnenscheibe vom Mond verdeckt werden, sind es in Deutschland lediglich zwischen 20 und 30 Prozent.

In unserer Region beginnt die Finsternis um 11.10 Uhr, erreicht ihre maximale Phase von 23 Prozent um 12.07 Uhr und endet 13.07 Uhr. Bei der Beobachtung des Ereignis ist allerdings Vorsicht geboten: Der ungeschützte Blick in die Sonne kann die Netzhaut schädigen. Spezielle Schutzbrillen und Filter für Ferngläser und Teleskope sind im Fachhandel erhältlich.


Im Oktober beginnt die dunkle Hälfte des Jahres: Um fast zwei Stunden verlängert sich im Laufe des Monats die Nacht. Durch die entsprechend früher hereinbrechende Dunkelheit zeigt sich der Abendhimmel im Oktober noch recht sommerlich: Hoch am Firmament steht das Sommerdreieck aus den hellsten Sternen der Sternbilder Leier, Schwan und Adler. Doch es verschiebt sich zusehends nach Westen und macht Platz für die Sternbilder des Herbstes: Pegasus, Andromeda und, tief im Osten, Perseus.

Westlich des Sommerdreiecks verabschieden sich Herkules und der Ochsentreiber Bootes von uns. In den späteren Abendstunden steigen dafür im Osten mit Stier, Fuhrmann und den Zwillingen die ersten Boten des herannahenden Winters am Himmel auf. Und in der zweiten Nachhälfte zeigt sich dann auch schon der Jäger Orion, das markanteste Sternbild des Winterhalbjahres, am Osthimmel.

Bereits in der Dämmerung können wir im Osten, im Sternbild Fische, den Planeten Jupiter erkennen, der durch seinen hellen, ruhigen Schein auffällt. Am Abend des 8. Oktober steht der schon fast volle Mond nahe beim Königsplaneten. Tief im Süden, links unterhalb des Sommerdreiecks im Sternbild Steinbock finden wir den nicht ganz so strahlend hellen Planeten Saturn. Der Planet mit dem Ringsystem erhält bereits am 5. Oktober Besuch vom Mond.

Als weiterer heller Planet taucht am späten Abend im Osten im Sternbild Stier der Mars auf. Im Laufe des Monats nimmt die Helligkeit des Roten Planeten kräftig zu, da er auf seiner Bahn der Erde immer näher kommt. Damit erscheint der Mars auch im Fernrohr größer. Bei 100-facher Vergrößerung kann man mit einiger Übung eine der hellen Polkappen und dunkle Regionen auf der Oberfläche des Planeten erkennen.

Frühaufsteher können im Oktober einen Blick auf den innersten Planeten unseres Sonnensystems erhaschen: Merkur bietet etwa vom 10. bis zum 16. Oktober die beste Morgensichtbarkeit dieses Jahres. Eine Stunde vor Sonnenaufgang steht der Planet etwa fünf Grad über dem östlichen Horizont. Für die Suche nach Merkur ist also ein freier Blick zum Horizont nötig.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!