Der Sternenhimmel im Dezember

Der Mond schiebt sich vor Uranus und Mars

Gleich zwei Planeten verschwinden in diesem Monta zeitweilig hinter dem Mond: am 5. Dezember Uranus, drei Tage später der Mars. Ersteres ist eine günstige Gelegenheit, den siebten Planeten unseres Sonnensystems aufzuspüren. Gegen 17.40 Uhr schiebt sich der Rand des Erdtrabanten vor den blaugrünen Uranus, der allerdings selbst im kleinen Fernrohr nur als unscheinbarer Lichtpunkt erscheint. Etwa um 19 Uhr taucht der Planet dann auf der anderen Seite am Rand des Mondes wieder auf.

Spektakulärer ist bei der Beobachtung mit einem Teleskop die Bedeckung des Roten Planeten am Morgen des 8. Dezember. Denn der Mars ist bereits bei 50-facher Vergrößerung deutlich als Scheibchen zu erkennen. Um 6 Uhr morgens schiebt sich der Rand des Vollmonds über den Planeten, eine Stunde später taucht der Mars am entgegengesetzten Rand wieder auf.

Der letzte Monat des Jahres bietet Sternfreunden die längsten Nächte: Am 21. Dezember um 22.48 Uhr durchläuft die Sonne den südlichsten Punkt ihrer Jahresbahn am Himmel. Der Tag der Sonnenwende ist zugleich der kürzeste Tag des Jahres – in unseren Breiten steht die Sonne dann nur etwa acht Stunden über dem Horizont.

Ende des Monats lohnt sich bereits in der Abenddämmerung der Blick an den südwestlichen Horizont. Denn dort taucht ab etwa dem 20. Dezember die Venus wieder als Abendstern auf – allerdings zunächst noch recht unauffällig. Am Heiligabend steht die hauchdünne Sichel des zunehmenden Mondes knapp fünf Grad neben dem Abendstern.

Nach Dämmerungsende dominiert wie in den Vormonaten immer noch das Sommerdreieck aus den hellsten Sternen von Schwan, Leier und Adler den westlichen Himmel. Darunter, tief Im Süden, sehen wir den Steinbock. Vom Sommerdreieck nach Osten ziehen sich die Herbststernbilder Pegasus, Andromeda und Perseus, darunter die Tierkreis-Sternbilder Wassermann, Fische und Widder. Hoch am Himmel, oberhalb der Andromeda, steht das markante „W“ der Kassiopeia.

Mit fortschreitender Stunde verschwindet das Sommerdreieck dann im Westen und im Osten tauchen als Boten des Winterhimmels Stier und Fuhrmann auf, gefolgt von den Zwillingen und dem Krebs. Im Südosten regiert ab etwa 20 Uhr bereits der Jäger Orion mit seinem markanten Gürtel aus drei Sternen, sowie dem darunter hängenden Schwert.

In den frühen Abendstunden können wir im Steinbock noch den Saturn beobachten, gefolgt vom deutlich helleren Jupiter in den Fischen. Eindeutiger „Star“ des Abendhimmels ist aber Mars, der hoch im Sternbild Stier rötlich leuchtet. Und in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember erwarten Astronomen das Maximum der Geminiden – insbesondere in den frühen Morgenstunden können dabei bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde aus der Region der Zwillinge über den Himmel ziehen.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!