Der Sternenhimmel im Januar

Venus taucht als Abenstern auf - Asteroid Palles in Opposition

Zum Beginn des neuen Jahres lohnt sich bereits in der Abenddämmerung der Blick an den südwestlichen Himmel. Denn dort sehen wir schon kurz nach Sonnenuntergang die Venus als Abendstern. Ende des Monats steht die Venus eine Stunde nach Sonnenuntergang noch zehn Grad über dem Horizont. Etwas weiter südlich und mit knapp 40 Grad deutlich höher leuchtet dann auch der Königsplanet Jupiter mit seinem auffällig ruhigen Schein.

Weniger hell und damit unauffälliger ist dagegen Saturn, der in der ersten Hälfte des Monats ein Stück links der Venus steht. Am Abend des 22. Januar begegnen sich die beiden Planeten in einem Abstand von knapp fünf Grad – eine letzte Gelegenheit, den Planeten mit dem schönen Ringsystem noch einmal aufzuspüren, bevor er zum Monatsende in der hellen Dämmerung verschwindet.

Der Sternenhimmel präsentiert sich im Januar nach Einbruch der Dunkelheit endgültig winterlich: Zwillinge, Fuhrmann, Stier, Orion, sowie Kleiner und Großer Hund dominieren das östliche Firmament. Die jeweils hellsten Sterne dieser Konstellationen – Pollux, Kapella, Aldebaran, Rigel, Sirius und Prokyon - werden, in Anlehnung an das bekanntere Sommerdreieck, auch als „Wintersechseck“ bezeichnet.

Von Südosten her aufsteigend zieht sich das schimmernde Band der Milchstraße durch Zwillinge und Fuhrmann hindurch und führt dann weiter durch Perseus, Kassiopeia und Kepheus nach Nordwesten. Westlich vom Stier finden wir Widder, Andromeda, Fische und Pegasus, sowie, tief im Südwesten, den Wal-fisch.

Das auffälligste Gestirn ist auch am Januarhimmel weiterhin der Mars. Der Rote Planet steht hoch am Himmel im Sternbild Stier. Bereits am 3. Januar kommt es zu einer engen Begegnung zwischen Mond und Mars. Gerade einmal ein halbes Grad – ein scheinbarer Monddurchmesser – beträgt der Abstand um 21 Uhr.

Im Januar ist die Gelegenheit günstig, einmal einen Asteroiden am Himmel aufzuspüren: Pallas, mit einem Durchmesser von 546 Kilometern der zweitgrößte Himmelskörper im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter, steht am 8. Januar der Sonne gegenüber – in Opposition, wie die Astronomen sagen. Damit ist er die ganze Nacht hindurch im Sternbild Großer Hund beobachtbar. Allerdings nicht mit bloßen Augen, ein gutes Fernglas ist für das lichtschwache Objekt nötig. Aufsuchkärtchen aus dem Internet helfen bei der Suche.

Am 4. Januar um 17 Uhr durchläuft die Erde den sonnennächsten Punkt ihrer Bahn, das Perihel. Mit einem Abstand von 147,1 Millionen Kilometern steht sie der Sonne dann knapp 5 Millionen Kilometer näher als Anfang Juli. Obwohl wir also unserem Zentralgestirn näher sind, haben wir auf der Nordhalbkugel Winter: Es ist nicht die unterschiedliche Entfernung von der Sonne, sondern die Schräglage der Erdachse, die über unsere Jahreszeiten bestimmt. Im Winter weist der Nordpol von der Sonne fort, deshalb ist es auf der nördlichen Hemisphäre dunkler und kälter.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!