Der Sternenhimmel im Februar

Ein besonderer Anblick: Venus, Jupiter und die schmale Sichel des Mondes

Bereits in der Abenddämmerung lohnt sich der Blick an den westsüdwestlichen Horizont. Denn bewegt sich die Venus als strahlender Abendstern langsam auf den Königsplaneten Jupiter zu. Am Monatsende steht die Venus eine Stunde nach Sonnenuntergang immer noch 20 Grad – das entspricht etwa einer Handlänge am ausgestreckten Arm – über dem Horizont. Ein besonders schöner Anblick bietet sich am Abend des 22, Februar, wenn sich die schmale Mondsichel zu den beiden hellen Planeten gesellt.

Im Laufe des Monats merken wir deutlich, dass die Tage wieder länger und die Nächte kürzer werden. Im Februar nimmt die Mittagshöhe der Sonne am Himmel um fast zehn Grad zu, Sonnenaufgang und Sonnenuntergang verschieben sich dadurch jeweils um etwa 50 Minuten. Ende des Monats ist es deshalb erst gegen 19.30 Uhr richtig dunkel.

Nach Ende der Dämmerung erstrahlt im Februar der Winterhimmel in voller Pracht. Der südliche Teil des Firmaments bis hinauf zum Zenit wird von den Sternbildern des „Wintersechsecks“ eingenommen. Es besteht aus den hellen Sternen Kapella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier, Rigel im Orion, Sirius im Großen Hund, Prokyon im Kleinen Hund und schließlich Pollux in den Zwillingen.

Am 8. Februar wandert Mars, der Rote Planet, im Abstand von acht Grad – knapp eine Faustbreite – an Aldebaran vorüber. Im Sternbild Stier lohnt sich außerdem ein Blick auf die Plejaden, insbesondere mit einem lichtstarken Fernglas oder einem Fernrohr bei niedriger Vergrößerung. Denn dieser junge Sternhaufen enthält viele hundert Sterne, von denen jedoch nur sechs hell genug sind, um mit bloßen Augen erkennbar zu sein.

Das eindrucksvollste Sternbild des Winters ist jedoch der Jäger Orion mit seinem Gürtel und dem Schwertgehänge. In der griechischen Mythologie ist Orion ein riesenhafter Jäger, der nach seinem Tod gemeinsam mit seinen beiden Hunden Sirius und Prokyon an den Himmel versetzt wurde. In der Mitte des Schwertgehänges können wir schon im Fernglas ein verschwommenes Fleckchen erkennen. Das ist der „Große Orionnebel“, eine etwa 25 Lichtjahre große Gaswolke in 1300 Lichtjahren Entfernung. Junge, heiße Sterne regen dort das Gas der Wolke zum Leuchten an. Im Zentrum der Wolke ist mit einem Fernrohr das „Trapez“ aus vier hell strahlenden Sternen zu erkennen.

Im Tierkreis können wir in den frühen Abendstunden westlich des Stiers noch die eher unscheinbaren Sternbilder Widder und Fische erkennen. Östlich der Zwillinge finden wir den Krebs, sowie später in der Nacht als Bote des nahenden Frühlings den Löwen. Im Krebs finden wir einen der schönsten Sternhaufen des Nordhimmels, die „Krippe“, lateinisch: Praesepe. Er enthält etwa 450 Sterne und bietet Im Fernglas oder im kleinen Fernrohr einen prächtigen Anblick.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!