Der Sternenhimmel im Juni

Eine Sonnenfinsternis vor der Sommersonnenwende

Am 10. Juni schiebt sich der Mond von der Erde aus gesehen vor die Sonne – es kommt zu einer Sonnenfinsternis. Da der Mond an diesem Tag auf seiner elliptischen Umlaufbahn etwas weiter von der Erde entfernt ist als im Durchschnitt, kann er die Sonne allerdings nicht vollständig abdecken: Um die dunkle Scheibe des Mondes bleibt ein hell gleißender Ring sichtbar. Das schöne Schauspiel dieser ringförmigen Sonnenfinsternis ist nur in einem schmalen Streifen sichtbar, der von Nordkanada über Grönland und die Arktis bis ins nordöstliche Asien reicht.

Von Deutschland aus gesehen bedeckt der Erdtrabant zur Mittagszeit lediglich zwischen – von Süd nach Nord zunehmend – 6 Prozent und 20 Prozent der Sonne. Die maximale Bedeckung tritt in unserer Region gegen 12.25 Uhr ein.

In den Tagen nach der partiellen Sonnenfinsternis lohnt sich in der Abenddämmerung der Blick an den westnordwestlichen Horizont, denn dort taucht dann die dünne Sichel des zunehmenden Mondes auf. Am 12. Mai steht die Mondsichel knapp sechs Grad links oberhalb der Venus, einen Tag später sehen wir den Erdtrabanten zwei Grad über dem Mars.

Als Abendstern bleibt die Venus noch recht unscheinbar, da sie bereits etwa eine Stunde nach der Sonne untergeht. Und auch der rote Planet ist immer schwerer aufzuspüren: Anfang des Monats geht er zwar erst nach Mitternacht unter, doch zum Monatsende bereits um 23.20 Uhr, also kurz nach der Venus.

Nach Einbruch der Dunkelheit beherrscht immer noch der Löwe den westlichen Himmel. Hoch am südlichen Himmel stehen Bootes und Herkules, zwischen ihnen die wenig bekannte Krone des Nordens, der griechischen Sage nach ein Diadem mit einem strahlenden Edelstein, dem Stern Gemma. Im Herkules befindet sich mit Messier 13 einer der schönsten Kugelsternhaufen des Himmels. Östlich des Herkules folgt das Sommerdreieck aus den hellsten Sternen der Sternbilder Schwan, Leier und Adler. Im Tierkreis folgen auf den Löwen die Jungfrau, das eher unscheinbare Sternbild der Waage, tief im Süden der Skorpion mit seinem rot leuchtenden Hauptstern Antares und schließlich im Südosten der Schütze.

Nach Mitternacht tauchen dann im Südosten zwei weitere Planeten am Himmel auf: Saturn im Steinbock und Jupiter im Wassermann. Saturn, der Planet mit dem wunderschönen Ringsystem, geht Anfang Juni gegen 1 Uhr, Ende Juni bereits kurz nach 23 Uhr auf. Der Königsplanet Jupiter folgt jeweils etwa eine Dreiviertelstunde später.

Am 21. Juni um 5.32 Uhr erreicht die Sonne den nördlichsten und damit zugleich den höchsten Punkt auf ihrer Jahresbahn am Himmel. Damit beginnt der kalendarische Sommer –und die Nächte werden zur Freude der Sternenfreunde wieder länger. Zunächst ist davon allerdings nicht viel zu bemerken: Auch Ende Juni müssen wir noch bis gegen 23 Uhr warten, um wenigstens die helleren Sterne am Himmel erkennen zu können.   

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!