Der Sternenhimmel im September

Neptun in Opposition - und die dunkle Jahreshälfte beginnt.

Neptun, der äußerste Planet unseres Sonnensystems, ist selbst unter günstigen Bedingungen nicht mit bloßen Augen am Himmel auszumachen. Doch im September lohnt sich die Suche mit einem lichtstarken Fernrohr nach dem achten Planeten. Denn am 14. September steht er von der Erde aus gesehen der Sonne genau gegenüber – in Opposition – und ist damit die ganze Nacht hindurch im Sternbild Wassermann sichtbar. Aufsuchkärtchen findet man im Internet, etwa bei astronomie.de.

Einfacher ist die Beobachtung von Jupiter und Saturn, die als auffällige Objekte im Sternbild Steinbock nicht zu übersehen sind. Beide Planeten sind spannende Ziele für die Beobachtung mit einem Fernrohr. Schon bei 50-facher Vergrößerung sind Wolkenbänder in der Atmosphäre Jupiters und das Ringsystem Saturns zu erkennen.

Reizvoll ist auch die Beobachtung der von Tag zu Tag wechselnden Stellungen der vier größten Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto, sowie des großen Saturnmondes Titan. Die Jupitermonde führen außerdem zu einer Reihe interessanter Phänomen, wenn sie vor oder hinter dem Planeten vorüberziehen. So fällt beispielsweise am 6. September von 20.38 bis 22.56 der Schatten von Io als schwarzer Punkt auf das Planetenscheibchen.

Der Sternenhimmel ist im September nach Einbruch der Dunkelheit immer noch sommerlich. Hoch am Himmel stehen die drei Sternbilder Leier, Schwan und Adler, deren drei hellen Hauptsterne das Sommerdreieck bilden. Westlich der Leier liegen Herkules, Krone und Bootes, der Bärenhüter. Tief im Südwesten finden wir die Tierkreis-Sternbilder Waage und Skorpion, unterhalb des Adlers schließen sich Schütze und Steinbock an.

Am westlichen Rand des Schützen befindet sich das Zentrum unserer Milchstraße, die aus mehreren hundert Milliarden Sternen besteht. Unser Sonnensystem befindet sich in den Außenbereichen dieses scheibenförmigen Sternsystems, deshalb erscheint uns die Milchstraße als schimmerndes Band aus Myriaden von Sternen am Himmel.
Östlich des Sommerdreiecks erstrecken sich das geflügelte Pferd Pegasus, Andromeda und das auffällige „W“ der Kassiopeia. Tief am östlichen Horizont stehen die eher unscheinbaren Tierkreis-Sternbilder Fische und Widder.

Am 22. September um 21.21 Uhr überquert die Sonne auf ihrem Jahreslauf den Himmelsäquator von Norden nach Süden. Damit endet der kalendarische Sommer, der Herbst beginnt. Um über zehn Grad bewegt sich die Sonne im Verlauf des Monats nach Süden, entsprechend rasch werden nun die Tage kürzer und die Nächte länger. Die Zeit von Sonnenunter- bis Sonnenaufgang ist Ende September fast zwei Stunden länger als am Monatsanfang.

Mit etwas Glück lässt sich in der Abenddämmerung tief im Westsüdwesten ein Blick auf einen weiteren Planeten erhaschen: Dort steht die Venus als Abendstern. Am 9. September steht die dünne Sichel des abnehmenden Mondes knapp drei Grad nördlich der Venus.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!