Der Sternenhimmel im Oktober

Merkur als Morgenstern - und Venus als Abendstern

Im letzten Drittel des Monats lohnt es sich früh aufzustehen: Merkur, der sonnennächste Planet, ist eine Stunde vor Sonnenaufgang als Morgenstern tief im Osten sichtbar. Ab dem 20. Oktober steht er dann etwa fünf Grad über dem Horizont – das entspricht der halben Breite einer Faust am ausgestreckten Arm. Wer Merkur sehen möchte, muss sich also einen Platz mit freier Sicht nach Osten suchen. Seinen mit 18 Grad größten Abstand von der Sonne erreicht der Götterbote am 25. Oktober. Im Fernrohr zeigt sich der Planet zunächst sichelförmig, am 23. ist dann „Halbmerkur“.

Für Sternfreunde ist der Herbst eine Zeit der Freude, denn Tag für Tag bricht die Dunkelheit merklich früher herein. Um fast zwei Stunden verlängert sich im Laufe des Monats die Nacht. Während am Monatsanfang die Abenddämmerung gegen 20.30 Uhr endet, können wir am Monatsende bereits ab 19.30 Uhr den Sternenhimmel genießen.

Und auch die Abenddämmerung lädt bereits zur astronomischen Beobachtung ein, steigt doch die Venus als Abendstern endlich etwas höher am Himmel auf. Eine Stunde nach Sonnenuntergang steht der Planet jetzt noch etwa fünf Grad über dem südwestlichen Horizont. Dank ihrer gegenüber Merkur erheblich größeren Helligkeit lässt sich die Venus von geübten Beobachtern – insbesondere mit einem Fernglas – aber auch noch früher und entsprechend in größerer Höhe über dem Horizont aufspüren.

Hilfestellung bietet am Abend des 9. Oktober die dünne Sichel des zunehmenden Mondes: Der Erdtrabant steht um 19 Uhr etwa zweieinhalb Grad nördlich der Venus. Der abendliche Sternenhimmel erscheint uns durch die stetig früher hereinbrechende Dunkelheit nahezu unverändert gegenüber dem Vormonat: Immer noch dominiert das Sommerdreieck aus den hellsten Sternen der Sternbilder Schwan, Leier und Adler unangefochten den Himmel.

Schauen wir allerdings – wie im Hochsommer – erst zu später Stunde an den Himmel, um 22 oder 23 Uhr, so haben sich die Sommersternbilder doch bereits merklich nach Westen verschoben und weichen langsam dem herbstlichen Himmel. Östlich des Schwans steht Pegasus, das geflügelte Pferd, hoch am Himmel, gefolgt von Andromeda, Kassiopeia und Perseus. Tief im Osten können wir mit Kapella und Aldebaran, den hellsten Sternen von Fuhrmann und Stier, bereits die ersten Boten des nahenden Winters ausmachen. Und gegen Mitternacht geht im Osten bereits der Jäger Orion auf, das Wahrzeichen des Winterhimmels.

Mit Jupiter und Saturn bereichern im Sternbild Steinbock zwei weitere Planeten den Abendhimmel. Insbesondere Jupiter ist mit seinem ruhigen, hellen Schein ein auffälliges Gestirn am Südhimmel. Am Abend des 14. Oktober bilden Jupiter, Mond und Saturn ein hübsches Dreier-Gespann im Steinbock.

Für Sternschnuppenjäger heißt es vom 4. bis zum 8. Oktober aufgepasst. Dann ziehen die Delta-Draconiden über den Himmel. Ihr Maximum haben sie am Abend des 8. Oktober – wobei die Häufigkeit von Jahr zu Jahr stark schwankt und zwischen Dutzenden bis zu 400 Meteoren pro Stunde liegen kann.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!