Der Sternenhimmel im Dezember

Planetenparade zum Jahresende – und viele Sternschnuppen in der Monatsmitte

Das Jahr verabschiedet sich mit einer Planetenparade: Ende Dezember können wir im Südwesten eine Stunde nach Sonnenuntergang mit Jupiter, Saturn, Venus und Merkur gleich vier Planeten sehen. Wobei für die Suche nach dem sonnennächsten Planeten ein Fernglas hilfreich ist – und ein freier Blick zum südwestlichen Horizont. Denn Merkur steht nur knapp fünf Grad hoch in der hellen Dämmerung.

Leicht zu erkennen ist dagegen die Venus, die am 4. Dezember ihre größte Helligkeit als Abendstern erreicht. Doch im Verlauf des Monats nähert sich der Planet – von der Erde aus gesehen – rasch der Sonne und so verschwindet die Venus Anfang Januar bereits vom Abendhimmel. Bis zum Jahresende lohnt es sich jedoch, den Planeten mit einem Fernrohr zu beobachten, denn er zeigt sich als immer schmaler werdende Sichel. Sind am 1. Dezember noch 29 Prozent des Planetenscheibchens beleuchtet, so sinkt dieser Anteil bis zum Jahreswechsel auf gerade noch drei Prozent ab.

Ein gutes Stück höher am Himmel steht Saturn. Anfang des Monats geht der sechste Planet des Sonnensystems gegen 21 Uhr, zum Jahresende jedoch schon kurz nach 19 Uhr unter. Auch hier lohnt sich der Blick durch ein Fernrohr, der schon ab etwa 50-facher Vergrößerung das Ringsystem des Planeten zeigt. Und auch Jupiter ist ein dankbares Objekt für Teleskop-Beobachtungen.

Neben den Wolkenbändern sind es hier besonders die ständig wechselnden Stellungen seiner vier größten – bereits von Galileo Galilei entdeckten – Monde, die den Hobby-Astronomen faszinieren. Der Königsplanet steht eine Stunde nach Sonnenuntergang in etwa 25 Grad Höhe und sinkt Anfang Dezember etwa um 22.30 Uhr, Ende Dezember gegen 20.50 Uhr unter den Horizont.

Nach Einbruch der Dunkelheit dominiert auch im Dezember noch das Sommerdreieck den frühen Abendhimmel. Hoch im Süden finden wir Pegasus, das geflügelte Pferd, darunter den eher unscheinbare Wassermann. Weiter nach Osten folgen Fische und Widder, darüber Andromeda und Perseus.

Im Verlauf der ersten Nachthälfte ziehen dann am Osthimmel die Wintersternbilder herauf: Stier und Fuhrmann, gefolgt von den Zwillingen und dem Krebs. Im Südosten regiert ab etwa 20 Uhr bereits der Jäger Orion mit seinem markanten Gürtel aus drei Sternen, sowie dem darunter hängenden Schwert.

Insbesondere zur Monatsmitte lohnt es sich, etwas länger aufzubleiben: Vom 6. bis zum 16. Dezember ziehen die Sternschnuppen der Geminiden über den Himmel. Ihr Maximum erreichen sie in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember. Dann erwarten die Astronomen bis zu 120 Meteore pro Stunde, darunter auch sehr helle Sternschnuppen. Leider stört in diesem Jahr der zunehmende Mond bei der Beobachtung – der erst kurz nach 2 Uhr untergeht.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!