Der Sternenhimmel im Januar

Planetenparade am frühen Abendhimmel

Das Jahr beginnt mit einer prächtigen Planetenparade am frühen Abendhimmel: Im Südwesten können wir Merkur, Saturn und Jupiter sehen – und am 5. Januar gesellt sich noch die dünne Sichel des zunehmenden Mondes hinzu. Am schwierigsten ist Merkur auszumachen: Eine Stunde nach Sonnenuntergang steht der sonnennächste Planet etwa fünf Grad über dem Horizont. Am 7. Januar erreicht er mit etwa 19 Grad seinen größten Abstand von der Sonne. Vom 3. bis zum 12. Januar lohnt es sich, mit einem Fernglas nach dem flinken Götterboten Ausschau zu halten.

Links oberhalb von Merkur, etwa in zehn Grad Höhe, finden wir Saturn und schließlich in gerader Linie weiter oben als auffällig helles Gestirn den Jupiter. Saturn mit seinem Ringsystem, dass bereits bei etwa 50-facher Vergrößerung im Fernrohr zu erkennen ist, verabschiedet sich im Januar vom Abendhimmel – nur etwa bis Mitte des Monats können wir den Planeten noch beobachten. Auch Jupiter geht immer früher unter, am Jahresanfang gegen 21 Uhr, zum Monatsende aber schon 19.30 Uhr.

Die östliche Hälfte des abendliche Himmel beherrschen im Januar die Wintersternbilder Zwillinge, Fuhrmann, Stier, Orion, sowie Kleiner und Großer Hund. Die hellsten Sterne dieser Konstellationen – Pollux, Kapella, Aldebaran, Rigel, Sirius und Prokyon – bilden das Wintersechseck. Das Gegenstück dazu, das Sommerdreieck, ist in den frühen Abendstunden immer noch am westlichen Himmel zu sehen.

Zwischen Sommerdreieck und Wintersechseck finden wir die Sternbilder Pegasus und Andromeda, darunter die eher unscheinbaren Fische. Von Südosten her aufsteigend zieht sich das schimmernde Band der Milchstraße durch Zwillinge und Fuhrmann hindurch und führt dann weiter durch Perseus, Kassiopeia und Kepheus nach Nordwesten.

Im ersten Monatsdrittel treffen die Sternschnuppen der Quadrantiden auf die Erde. Bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde können in den Morgenstunden über den Himmel ziehen. Darunter sind zwar selten helle Meteore, aber dafür stört in diesem Jahr – insbesondere im Maximum des Meteorstroms in der Nacht vom 3. auf den 4. Januar – der Mond nicht bei der Beobachtung der Sternschnuppen.

Frühaufsteher können ab Mitte des Monats morgens im Ostsüdosten Ausschau nach der Venus halten. Der Morgenstern geht dann etwa eine Stunde vor der Sonne auf. Zum Monatsende vergrößert sich der Abstand auf anderthalb Stunden. Kurz nach der Venus geht im Südosten auch der rote Mars auf, der allerdings in der Dämmerung schwieriger aufzuspüren ist.

Am 4. Januar um 8 Uhr durchläuft die Erde den sonnennächsten Punkt ihrer Bahn. Sie steht unserem Zentralgestirn dann knapp fünf Millionen Kilometer näher als Anfang Juli am sonnenfernsten Punkt. Für unser Wetter macht das jedoch keinen Unterschied – es ist die Schräglage der Erdachse, die über unsere Jahreszeiten bestimmt. Im Winter weist der Nordpol von der Sonne fort, deshalb ist es auf der nördlichen Hemisphäre dann dunkler und kälter.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!