Der Sternenhimmel im Februar

Venus und Mars am Morgenhimmel - und eine gute Gelegenheit, Uranus aufzuspüren

Die großen Planeten machen sich rar am Abendhimmel: Anfang des Monats kann man in der späten Dämmerung tief im Südwesten noch Jupiter ausmachen, aber ab Mitte Februar ist auch der Königsplanet verschwunden. Als Ausgleich bietet sich eine gute Gelegenheit, den siebten Planeten unseres Sonnensystems aufzuspüren. Denn am 7. Februar zieht der Halbmond etwa anderthalb Grad südlich am Uranus vorüber. Mit bloßen Augen lässt sich der ferne Planet jedoch nicht erkennen, ein Fernglas und ein Aufsuchkärtchen helfen dabei, den leicht grünlich schimmernden Himmelskörper zu finden.

Weitere Planeten gibt es nur für Frühaufsteher zu sehen. Die Venus strahlt jetzt vor Sonnenaufgang als heller Morgenstern über dem südöstlichen Horizont. Im Februar erreicht sie ihren höchsten Stand am Himmel – eine Stunde vor Sonnenaufgang steht die Venus etwa zehn Grad hoch – und ihre größte Helligkeit. Im Laufe des Monats gesellt sich der Mars hinzu, der allerdings wesentlich schwächer leuchtet und deshalb tief am Himmel nicht so leicht zu erkennen ist. Am 13. Februar begegnen sich der Rote Planet und der Morgenstern in einem Abstand von etwa sechs Grad. Am Morgen des 27. Februar gesellt sich die dünne Sichel des abnehmenden Mondes zu den beiden Planeten.

Nach Einbruch der Dunkelheit erstrahlt im Februar der Winterhimmel in voller Pracht. Hoch im Süden steht eindrucksvoll der Jäger Orion mit Gürtel und Schwertgehänge. Dort, in der Mitte des Schwertgehänges, sehen wir schon im Fernglas ein verschwommenes Fleckchen: Das ist der große Orionnebel, eine etwa 25 Lichtjahre große Gaswolke in 1300 Lichtjahren Entfernung. Junge, heiße Sterne regen das Gas der Wolke zum Leuchten an. Im Zentrum der Wolke ist mit einem Fernrohr das „Trapez“ aus vier hell strahlenden Sternen zu erkennen.

Links unterhalb des Orion funkelt Sirius, der hellste Stern am Himmel. Oberhalb des Sirius stoßen wir auf Prokyon im Kleinen Hund, wiederum darüber auf Kastor und Pollux in den Zwillingen und schließlich, fast genau im Zenit, auf Kapella im Fuhrmann. Westlich zwischen Fuhrmann und Orion gelegen finden wir den Stier mit dem hellen Aldebaran. Damit haben wir alle Ecken des „Wintersechsecks“ besucht, das aus den Sternen Sirius, Prokyon, Pollux, Kapella, Aldebaran und Rigel im Orion besteht.

Im Stier lohnt sich ein Blick auf die Plejaden, insbesondere mit einem lichtstarken Fernglas oder einem Fernrohr bei niedriger Vergrößerung. Denn dieser junge Sternhaufen enthält viele hundert Sterne, von denen jedoch nur sechs hell genug sind, um mit bloßen Augen erkennbar zu sein.

Östlich der Zwillinge liegt das unscheinbare Sternbild Krebs mit einem der schönsten Sternhaufen des Nordhimmels, der „Krippe“, lateinisch: Praesepe. Dieser offene Sternhaufen enthält etwa 450 Sterne und bietet Im Fernglas oder im kleinen Fernrohr einen prächtigen Anblick. Tief im Osten zeigt sich als Bote des nahenden Frühlings nun schon der Löwe. Nach Mitternacht folgen im Osten die Tierkreis-Sternbilder Jungfrau und Waage.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!