Milchstraße

Im Winter ist sie in unseren Breiten am schönsten zu sehen: Von Norden nach Süden zieht sich das schimmernde Band der Milchstraße quer über den Abendhimmel. Galileo Galilei erkannte bei seinen ersten Fernrohrbeobachtungen, dass das milchige Band aus einer Vielzahl schwach leuchtender Sterne besteht.

Ende des 18. Jahrhunderts fand der deutsch-britische Astronom Wilhelm Herschel aufgrund von Sternzählungen heraus, dass die Milchstraße räumlich einer Scheibe gleicht. Da unser Sonnensystem innerhalb dieser Scheibe liegt, erscheint sie uns als Band am Himmel: Senkrecht zur Scheibenebene sehen wir deutlich weniger Sterne als wenn wir in die Scheibe hinein blicken.

Heute wissen wir, dass die Milchstraße ein gigantisches, spiralförmiges Sternsystem ist. Sie enthält nach Schätzungen der Astronomen 100 bis 300 Millionen Sterne, hat einen Durchmesser von 100.000 Lichtjahren und eine Dicke von 3000 Lichtjahren in den Randregionen bis zu 16.000 Lichtjahren im Zentrum. Unsere Sonne kreist in einem Abstand von etwa 27.000 Lichtjahren um das Zentrum der Milchstraße. Die Scheibe der Milchstraße ist von einem rund 165.000 Lichtjahre großen Halo aus Kugelsternhaufen und einzelnen, alten Sternen umgeben.

Zusätzlich zu den sichtbaren Sternen, sowie Gas- und Staubwolken enthält die Milchstraße eine große Menge an Dunkler Materie, einer bislang mysteriösen physikalischen Substanz, die mit ihrer Schwerkraft das Sternsystem zusammenhält. Die Forscher schätzen die Gesamtmasse der Milchstraße auf ein bis zwei Milliarden Sonnen. Der Fachbegriff „Galaxis“ für die Milchstraße leitet sich übrigens von ihrer altgriechischen Bezeichnung „galaxias“ ab, wobei „gala“ schlicht „Milch“ bedeutet.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!