Planet

Schon im Altertum erkannten die Menschen, dass sich einige Himmelsobjekte in regelmäßiger Art und Weise relativ zu den unveränderlich erscheinenden Fixsternen bewegen: Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn. Bis zur kopernikanischen Wende – dem Wandel vom geozentrischen Weltbild mit der Erde im Mittelpunkt hin zum heliozentrischen Weltbild mit der Sonne im Zentrum – galten diese sieben Himmelskörper als Planeten, die ihre Bahn innerhalb der Fixsternsphäre ziehen. Die Bezeichnung Planet leitet sich vom griechischen Wort planetes ab, das so viel wie „umherirren“ oder „umherschweifen“ bedeutet.

Im heliozentrischen Weltbild galten dann nur noch die Körper als Planeten, die unmittelbar um die Sonne kreisen – Sonne und Mond fielen also heraus. Dafür kamen nach der Erfindung des Fernrohrs weitere Planeten hinzu: 1781 entdeckte Wilhelm Herschel Uranus, 1846 Johann Gottfried Galle Neptun, 1930 Clyde W. Tombaugh Pluto. Pluto hat seinen Status als Planet allerdings 2006 wieder verloren. Nach der Entdeckung zahlreicher weiterer kleiner Himmelskörper jenseits der Neptunbahn führten die Astronomen damals die neue Klasse der Zwergplaneten ein, zu denen nun auch Pluto zählt.

Nach der aktuellen Definition der Internationalen Astronomischen Union ist ein Planet ein Himmelskörper, der sich auf einer Bahn um die Sonne befindet, der nahezu rund ist und dessen Schwerkraft stark genug ist, um kleinere Objekte aus seiner Umgebung zu räumen. Doch diese Definition ist unter den Himmelsforschern immer noch umstritten – nicht zuletzt, weil sie möglicherweise der Vielfalt der Planetensysteme im Kosmos nicht gerecht wird. Denn inzwischen haben die Forscher knapp 2000 Planeten außerhalb des Sonnensystems entdeckt, die nicht unsere Sonne, sondern andere Sterne umkreisen.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!