Nachweis unterstützt die Hypothese der Herkunft der Lebensbausteine aus dem Weltall
Die von der japanischen Raumsonde Hayabusa-2 zur Erde gebrachten Gesteinsproben des Asteroiden Ryugu enthalten alle fünf Nukleobasen der irdischen DNA und RNA. Bei den Proben handelt es sich – im Gegensatz etwa zu auf der Erde gefundenen Meteoriten – um unverfälschte Materie aus der Frühzeit des Sonnensystems. Deshalb unterstützt der Nachweis die Hypothese, dass viele Bausteine für die Entstehung von Leben bereits im Weltall entstanden und durch Meteoriten zur Erde gelangt sind.
Nukleobasen sind die Buchstaben des genetischen Codes. In der DNA aller irdischen Lebensformen gibt es vier davon: Adenin, Thymin, Guanin und Cytosin. RNA enthält statt Thymin die Nukleobase Uracil. Wie das Team um Toshiki Koga von der Japanischen Agentur für Meeres- und Erdwissenschaften jetzt berichtet, enthält das Gestein von Ryugu alle fünf Nukleobasen.
Es ist nicht der erste Nachweis von Nukleobasen in Materie aus dem Weltall. So berichteten Forscher 2022 über den Nachweis aller fünf Nukleobasen im 1969 zur Erde gefallenen Murchison-Meteoriten. Allerdings lässt sich hier eine Verunreinigung nach dem Fall des Meteoriten nicht vollständig ausschließen. Anfang 2025 meldeten japanische Forscher den Nachweis aller fünf Nukleobasen in Bodenproben des Asteroiden Bennu. Im Gegensatz zum aktuellen Nachweis im Ryugu-Gestein wurde dieser Nachweis jedoch bislang nicht in einem Fachjournal publiziert.
Bildquelle: JAXA